Der ganz normale Wahnsinn

Basado en hechos reales…

Was heute geschah:

  • América Latina y el Caribe: Fußballvideos („la mano de Dios“ y „el gol del siglo“ angeschaut; Despacito auf Youtube gehört/ angesehen – Kommentar des Profs: „Das Video zeigt viel von der Lateinamerikanischen Identität“ haha
  • América Latina – Sentir para crear: Auf der megageilen Dachterasse der Uni (Foto folgt irgendwann) Geschichten geschrieben und Kindergartenbilder gezeichnet (okay, es hatte mit der Kurzgeschichte „El Aleph“ zu tun…)
  • Russisch: Nichts. Oder anders gesagt: Vollkommen an der eigenen Intelligenz (?) verzweifelt…
  • 50.000 pesos mehr oder weniger freiwillig für einen Bettler an der Kasse im Supermarkt mitbezahlt… (ja, ich war zu nett und ja, das war das erste und letzte Mal!)
  • 3 superstrange Kurzfilme in einem Fleichlichtkino angeschaut, sind jetzt etwas traumatisiert…

So viel dazu. Morgen fang ich nen Salsakurs an und am Samstag gehts um 6 morgens auf nach Villa de Leyva, unter anderem zum festival de las cometas. Wahrscheinlich komm ich erst nächste Woche dazu, was zu schreiben, also keine Sorgen machen, bin nur unterwegs 🙂

Concierto de la Banda Filarmónica Juvenil

Ich komme gerade von einem mega guten Konzert zurück. Auch wenn es schwer war, den Ort zu finden (wir wurden mehrmals quer durchs Viertel geschickt), und wir am Heimweg komplett abgeregnet wurden (danke Uber), hat sich der Aufwand dann doch gelohnt. Das Jugendphilharmonierorchester von Bogotá hat ein kostenloses Konzert in der Universidad de los Andes gegeben. Und es war wirklich erstklassig! Auch die Stücke alle wunderschön.

Programm war folgendes:

Johan de Meij: T-bone Concerto para trombón (Solista: Hugo Saavedra)

Jorge Villamil: La vaquería (Versión musical: Andrés Francisco Cristancho)

Ruben Fuentes: Sabes una Cosa (Versión musical: Andrés Francisco Cristancho)


Moises Simóns: El manicero (Versión Musical: A. F. C.)

Lucho Bermudez.: Prende la vela (Versión Musical: A. F. C.)

 

Anécdota…

Heute hatte ich eine wichtige Erkenntnis… Die Story dahinter: Mehrere Einkäufe im „Panamericana“, einem Elektro-/Schreibwarenladen. Ich war dort jetzt bestimmt schon 6 mal. Und immer haben sie mich an der Kasse nach meiner „número de celular“ gefragt. Und ich immer: „No tengo“, warum sollte ich denen auch meine Handynummer geben, um dann vollgespamt zu werden?! Hab mich immer gefragt, warum die Kolumbianer das so bereitwillig preisgeben…

Naja, heute habe ich denen dann doch mein Handy unter die Nase gehalten, da ich meine kolumbianische Nummer noch nicht auswendig weiß (ok, meine deutsche auch nicht) und nachdem die Kassiererin ziemlich seltsam gekuckt hat, is mir ein Licht aufgegangen. Die sagen nicht „celular“, sondern „cédula“, also Ausweisnummer… Und niemand dort hat sich je gewundert, warum ich keinen Ausweis habe.

Wieso genau sie das immer wissen wollen, weiß ich nicht, wird aber ausführlich Thema in einem der Kurse, vielleicht kann ich das dann nachvollziehen. Aber ziemlich bescheuert, die Geschichte. Die Verkäuferin musste sich glaub ich das Lachen etwas verkneifen…

 

Als Vegetarier in Bogotá

Heute wirds kurz, war ’n anstrengender Unitag.

Deshalb nur eine Mitteilung: Bin jetzt Vegetarier. Seit 2 Wochen glaube ich. Und ich denke, das bleibt so 🙂 Hat aber nichts damit zu tun, dass ich den Hygieneverhältnissen hier nicht traue! Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt… Und es klappt super gut, auch, wenn einen die Kolumbianer etwas komisch anschauen, wenn man das „vegetarische“ Gericht mit Hühnchen nicht nimmt xD

Horrortrip zum Baumarkt

Nachdem wir gestern in einer Bar namens „Treffen“ den Geburtstag einer Passauer Mitstudentin gefeiert haben, samt Karaoke, Brettspielen, Tanzunterricht (Warum können die das hier alle so geil?!) und Sprachkurs (marica – heißt eigtl. schwul, wird aber in allen möglichen anderen Zusammenhängen verwendet; chévere – cool; …), und es ziemlich spät wurde, kam ich heute auch dementprechend spät aus dem Bett. Trotzdem hab ich mit Joza den Tag genutzt, da alle Geschäfte hier wie gesagt auch an Sonntagen geöffnet sind. Eigentlich sollte das nicht mehr als 2 Stunden in Anspruch nehmen, leider wurde aber tatsächlich der ganze Tag draus… Und das, weil wir erstens ewig auf den Bus gewartet haben, der uns zu einer Art kolumbianischen Ikea bringen sollte. Als wir dann drin waren und den Halteknopf vor unserer Haltestelle gedrückt haben, hat der Busfahrer uns einfach ignoriert und gleich mal 2 weitere Haltestellen überfahren, bis wir ihm dann persönlich mitgeteilt haben, dass wir gerne raus wollen… naja, also dann zu Fuß den Weg zurück, um dann dort nach endlosem Fragen festzustellen, dass die Adresse zwar gestimmt hat, aber sie in einer anderen Stadt lag… Ganz toll. Also Uber gebucht und uns persönlich hinbringen lassen. Der Baumarkt/ Ikea war einfach riesig, es hat sich also doch gelohnt… Bin jetzt stolze Besitzerin einer Zimmerpflanze, Haken für Jacken, eines Nachttischs und anderer Kleinigkeiten. Und jetzt komm ich hoffentlich endlich mal dazu, etwas für die Uni zu tun.

PS.: Gestern habe ich  eine Passauer Studentin im Supermarkt getroffen, die hier letztes Semester war und am Dienstag nach Peru weiterreist. Vollkommen verrückter Zufall…

7 Fakten zur „Chiva rumbera“

  1. „Chiva rumbera“ heißen hier Partys auf einem fahrenden Bus ohne Stühle und Fenster, dafür aber mit Tanzfläche und Musikanlage, die sich gewaschen hat…
  2. In Deutschland wäre das sicher verboten?!
  3. Die Busfahrt führte uns nach Chía, ein Nachtviertel mit Clubs und Bars.
  4. Trotz einer mehr als eineinhalbstündigen Fahrt vergeht die Zeit schnell, außer du musst aufs Klo. Das gibt’s nämlich auch nicht.
  5. Unerklärliche Wartezeiten im Bus bis zur Abfahrt und auf den Bus vor der Heimfahrt inbegriffen
  6. Die Kolumbianer wissen, wie man feiert. Vor 5 kommt man nicht ins Bett.
  7. Fester Bestandteil: Aguardiente (agua + ardiente => Wasser + brennend); Alkoholgehalt: 40 bis 45%…

Museo del Oro

Für knapp über einen Euro haben wir uns heute in einem supermodernen Museum die Geschichte des Goldes, vor allem in Lateinamerika angeschaut. Leider waren die Erklärungen nicht sehr ausführlich, weshalb nicht viel mehr hängen geblieben ist, als dass schon 2000 v.Chr. Gold genutzt wurde, v.a. für religiöse und dekorative Zwecke, und dass sich die Geschichte von den Indigenen über die Kolonialisten bis heute hinzieht. Und schön anzusehen war es allemal.

Update

Und hier ein paar weitere Fakten:

  • Es gibt wirklich geniales Obst hier. Hab gerade die Mango dulce gegessen und die ist einfach perfekt. Genau die richtige Größe und super süß! Und die Guayaba (nicht zu verwechseln mit Guanábana) ist auch echt gut, ein bisschen viele Kerne (die man beim besten Willen nicht zerbeißen kann), aber sehr lecker!

  • Es gibt Arepa aus verschiedenen Maissorten, die dann auch Farbe und Geschmack bestimmen. Eher gelblich oder weiß, mehr oder weniger süß…
  • Die Kolumbianer LIEBEN Spitznamen. Ich wurde zu Sophi.
  • Schaut euch das Bild mal genau an:

Ladestationen mitten in der Stadt mit freiem WLan. Undenkbar in Deutschland…

  • Da es üblich ist, Sim-Karten ohne Anrufe, also nur mit Daten zu kaufen, rennen in der Stadt Menschen rum, die Handys für einige Minuten zum Telefonieren vermieten.
  • „No dar papaya“ ist einer der Lieblingssprüche der Kolumbianer. Das heißt so viel wie „Anderen keine Gelegenheit bieten, einen auszurauben/ auszunutzen etc.“
  • Hab mir einen Föhn gekauft… für 35€… Gibts hier nur in Fachläden oder auf dem Flohmarkt.

El mercado de Usaquén

Nach der „Wanderung“ sind wir dann noch auf dem Markt in Usaquén gewesen. Es ist ein barrio (Stadtviertel) im Norden Bogotás und, um dort hinzukommen, habe ich die erste Uber-Fahrt meines Lebens gemacht. Wer das nicht kennt, fragt Google, ist genial 🙂

Auf dem Markt kann man alles kaufen, was man sich vorstellen kann. Vor allem Handgemachtes: Deko, Schmuck, Honig, Kuchen, Nützliches… und Ameisen. Jawohl, gebratene Ameisen in Plastiktüten. Die wurden dann Opfer eines typisch kolumbianischen Trinkspiels, dass wir – natürlich ohne Alkohol – in einem Kaffe erklärt bekamen. Und der Verlierer durfte … die Ameisen verköstigen. Auch, wenn diese von einigen Indigenen hier wohl wirklich mit Genuss verzehrt werden, uns haben sie nicht zugesagt…