Kurzer Zwischenstand

Komme gerade von einem anderen Konzert eines Jugendsymphonieorchesters. Diesmal gab’s ein Cellokonzert von Haydn und etwas mir leider Unbekanntes… Kennt das wer?

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Morgen fliegen wir bis Sonntag nach Santa Marta an die Karibikküste, um dem Chaos in der Stadt wegen des Besuchs des Papstes zu entkommen! Freut euch auf tolle Berichte nächste Woche 🙂

Ein Lebenszeichen!

Hallo meine Lieben!

Sorry, dass ich mich eine halbe Ewigkeit nicht mehr gemeldet habe, es war einfach zu viel los. Die Uni ist um eineiges aufwändiger als in Deutschland – Hausaufgaben, jede Menge Lesestoff und die ersten Prüfungen stehen an – und auch sonst gibt es keinen Tag, an dem nichts los ist… Aber ich genieße es. Und ich glaube die Zeit verfliegt viel zu schnell…

Es gibt eigentlich mega viel zu erzählen, muss mich aber kurz halten, da ich noch viel zu arbeiten habe heute. Das Wichtigste deshalb in Kurzform:

  • Am Mittwoch hat ein Mitstudent unsere Lehrerin im Rahmen einer Präsentation (das Thema war „Musik in der kubanischen Unabhängigkeitsbewegung/ Revolution“) zum Tanz aufgefordert, während Joza ihr Saxofon ausgepackt hat.  Fazit:  Hier kann einfach wirklich JEDER tanzen.
  • Am Donnerstag haben wir erst Fußball, Venezuela gegen Kolumbien, in einer Bar angeschaut. Fazit: Die Kolumbianer sind genauso fußballverrückt wie wir; und das Bier ist einmalig (auch wenn die Variante mit Salz und Zitrone etwas gewöhnungsbedürftig ist!)

Später waren wir auf einer Party. Musik und Atmosphäre waren geil, aber das beste war etwas anderes: Vor dem Gebäude standen 2 Polizisten auf Pferden und haben das ganze kritisch im Auge behalten. Wir sind hin, haben ein einstündiges Gespräch angefangen und endeten dann beide auf dem Rücken der Pferde. Und nebenbei haben wir die private Nummer des einen Polizisten bekommen und sind herzlich eingeladen, mal zum Reiten vorbeizukommen, muy chévere 🙂

  • Am Freitag gab’s in einer anderen Uni ein Vorspiel der tunas, das sind Musikgruppen, die Gitarre spielen/ singen und aus Profs/ Studenten bestehen. Ziemlich witzig, aber das wird alles sehr ernst genommen haha. Und sie sind echt gut!

Danach waren wir auf einer Party. Im größten Club Kolumbiens (angeblich sogar Lateinamerikas). Er fasst 4.000 Menschen und besteht aus 4 Stockwerken mit ca. 15 Areas , in denen verschiedene Musikgenres geboten werden(von Reggaeton in einer Art „Kirche“ bis hin zu Karaoke auf der Dachterasse). Der Club ist in der „Schwulenszene“ bekannt und punktet (leider) mit kostenlosen Drinks, da der Eintritt relativ hoch ist. Haben in dieser Nacht Bekanntschaft mit der „Area de Descanso“ gemacht, keine genaueren Ausführungen dazu haha.

  • Das Katerfrühstück am nächsten Tag um 5 Uhr Nachmittag (richtig gelesen) spricht für sich. War aber geil, wir haben uns mega ins Zeug gelegt (Pancakes, Omelett, Smoothie…)

  • Abends waren wir dann im Kino (Duro de cuidar), das ist ziemlich billig hier.
  • Was mir sonst noch aufgefallen ist: Die Erwachsenen tragen hier ziemlich häufig Zahnspangen. Mindestens genauso häufig lutschen die Lollis, egal ob Bankangestellte oder auf der Straße unterwegs, wäre in Deutschland etwas seltsam, oder?

Alimentarte

Heute gab’s ein Foodfestival im Parque Virrey mit typischen Essen aus Peru, Argentinien, Kolumbien und einigen andern Ländern. Von Herzhaft über süß war alles dabei und wir haben und durch (fast) alles durchprobiert… Eines besser als das andere! Und wir haben wieder neue Köstlichkeiten kennengelernt: Champús (ein Getränk aus Mais, Lulu und Ananas); Caribañolas (eine Art Krekette aus Yuka und Käse); Trinkschokolade mit Käse und salzigem Knuspergebäck drin (Name vergessen…) und vieles mehr (es ist spät, ich muss ins Bett).

kennt ihr – Nadine – Fanny – Rosa – María

 

Singende Polizisten gab’s auch:

PS.: Ich werde fett. Gut, dass ich keine Waage habe… ?

Fotos de Villa de Leyva

Denkmal zu Ehren Simon Bolívars

Nadine und ich mit 2 Italienern und Kolumbianern

Die Brücke, die ziemlich unbedeutend aussieht…

wunderschöne Landschaft

Villa de Leyva

las cometas

der Zaltplatz der anderen, auf dem wir keinen Platz mehr hatten

die Straßen wurden zu Flüssen

Unser Zeltplatz:

Aromática con flor de Jamaica (mega sauer)

Edwin, Jiwon (aus Korea) und ich beim Testen koreanischer Albernheiten

Die Band in der Bar

im Schokoladenmuseum, ja, deutsche Werbung

im Naturpark

los pozos azules

am Weingut

Lieblingsrestaurant gefunden!

Komme gerade von einem vegetarischen Restaurant zurück, das uns alle begeistert hat. Die Einrichtung superchillig, die Musik noch viel mehr, die Angestellten total lieb (alle Rastas) und der Laden, der zum Restaurant gehört hat uns die Sprache verschlagen. Neben Kleidung, Snacks und Nahrungsmitteln kann man hier auch Spacecookies kaufen…

..

Ein paar Worte zum Salsakurs

Ich werde jetzt tatsächlich jeden Mittwoch und Freitag 3 Stunden Salsa tanzen. Bzw. es versuchen… Klappt aber besser als ich es mir zugetraut hätte. Momentan ist es noch eher Basisschritte lernen, jeder für sich, aber in 2 Wochen lernen wir eine Choreographie in Pärchen, wenn wir das richtig verstanden haben. Was ich mich allerdings frage, ist, warum die Kolumbianer den Kurs überhaupt machen. Die können das nämlich eigtentlich wirklich schon alle perfekt… Vielleicht tun sie sich das aber auch für den Credit an, den man dafür kriegt 🙂 und Spaß machen tut’s sowieso.

Villa de Leyva – kam alles etwas anders als erwartet…

… und nicht unbedingt auf positive Art und Weise leider. Am Freitag haben wir uns schon um 6.45 Uhr morgens getroffen, um mittags in Villa de Leyva zu sein. Es ist ein Ort im Kolonialstil und bekannt für das Festival de Cometas (Drachenfestival, also diese fliegenden Dinger aus Plastik/ Papier, keine Tiere 🙂 ) Die Fahrt dauert so 3,5h, wir haben aber noch Halt an der Puente de Boyacá gemacht, der Ort hat im Unabhängigkeitskrieg eine wichtige Rolle gespielt. Wen’s interessiert: Wikipedia

Kurz bevor wir ankamen, erwartete uns die erste negative Überraschung: eine Polizeikontrolle. Samt Hund, der unseren Bus auf Drogen durchsuchte. Und tatsächlich waren ein paar Rucksäcke auffällig, die dann draußen sorgfältigst ausgepackt und durchsucht wurden. Und niemand anderer als einer der Organisatoren der Reise (IBSA hatte über eine Organisation gebucht) hatte ein paar Päckchen Gras und Tabletten dabei, was sie natürlich fanden. Riesenpech, denn eigentlich sind Kontrollen nicht an der Tagesordnung. Naja, für ihn war die Fahrt dann erstmal beendet. 2 Stunden später stand er dann aber doch wieder am Zeltplatz, wo wir inzwischen versuchten, alle Zelte unterzubringen, und meinte, die Sache ließ sich mit einer entsprechenden Geldmenge regeln…

Der Garten, in dem wir alle unterkommen sollten, war tatsächlich zu klein für alle, weshalb 8 von unsrer 50-Leute-Gruppe, darunter auch ich, auf einen andern Ort umsiedeln mussten. Wir hatten aber eigentlich Glück, denn er stellte sich als deutlich sauberer raus. Eigentlich war für den Nachmittag ein Ausflug zu den Pozos azules geplant (https://www.villadeleyva.in/blog/pozos-azules-de-villa-de-leyva/), während wir aber in der Stadt zum Essen unterwegs waren, fing es an zu regnen. Bzw. zu schütten, unglaublich. Wir saßen in einem Restaurant fest und warteten eine Stunde, doch es hörte nicht auf. Schließlich kauften wir einen Schirm und traten den Rückweg an, über Sturzbäche, die sich auf den Straßen gebildet hatten… Letzten Endes entschieden wir, den Ausflug auf Montag zu verschieben. Wofür war ich nochmal um 5 aufgestanden? Der Abend wurde dafür super chévere, wir landeten in einer Bar mit Blick auf den Plaza Mayor und live Musik und danach in einem ziemlich coolen Club.

Trotz Riesenmüdigkeit schlief ich ziemlich schlecht, es war hart, laut und eng im Zelt. Und am Morgen wachte ich mit einer Mordserkältung auf, hatte es schon kommen gefühlt… Leider hat das den Sonn- und Montag ziemlich anstrengend gemacht. Und zu allem Überfluss war die Dusche eiskalt.

Der geplante Ausflug zu den Wasserfällen von La Periquera fiel auch aus, da der Park unerwartet geschlossen war. Dafür ging’s in den Naturpark Mayoral, wo wir eine Wanderung durch die wunderschöne Landschaft gemacht haben, im Amazonas in Miniausgabe baden konnten uuuund auf Büffeln geritten sind. Nachmittags haben wir dann das Festival de Cometas angeschaut, es war aber nicht so spektakulär wie erwartet. Obwohl die unzähligen Drachen in allen Formen und Farben, die den Himmel füllten, sehr schön aussahen. In unterschiedlichen Kategorien stiegen sie am Plaza Mayor in den Himmel und die Menschenmassen, die das Spektakel ansahen, waren unglaublich.

Am Abend habe ich viele neue Leute kennengelernt und ich muss sagen, ich liebe die Kolumbianer mehr und mehr. Alles unglaublich liebe, offene und lustige Menschen.

Am Sonntag wurden wir um 6 von Reggaeton geweckt, der den ganzen Zeltplatz beschallte und uns nicht mehr schlafen ließ. Auch der genervte Schrei meiner französischen Zeltpartnerin „Baja la música, maricón!“ half nicht… Wir holten den Ausflug zu den Pozos azules nach, auch wunderschön, türkisblaue Seen inmitten einer wüstenartigen Landschaft. Danach waren wir auf einem Weingut, eine echte Besonderheit in Kolumbien, da der Boden und das Klima hier eigentlich keinen Weinanbau zulassen. Laut meiner Freunde war der Wein wohl nicht so gut, ich hab leider auf Grund meiner Erkältung nichts geschmeckt. Nachmittags fiel dann das Reiten flach, auf das ich mich so gefreut hatte, da wir keine Zeit mehr hatten… Dafür bekamen wir aber nach dem Zeltabbau ein Privatkonzert von einer Gruppe Kolumbianer, die dort spontan sangen und musizierten.

Um 11.30 war ich dann endlich daheim und weiß mein Bett jetzt so richtig zu schätzen!

Weitere Fotos folgen morgen, bekomme ich noch 🙂

PS.: Die Straßen hier sind schrecklich, wenn sie nicht geteert sind. Und noch schrecklicher, wenn man einen Busfahrer hat, der ohne Rücksicht auf Verluste über alle Huckel rast…