Nachtrag zu gestern

Neben der Tatsache, dass mir mein Handy geklaut wurde, bin ich in einem Taxi auch noch um 50.000 pesos ärmer geworden (ca. 15€). Der Taxifahrer, der uns vom Monserrate zu WOK brachte, verwirrte uns beim Zahlen dermaßen, dass wir tausendmal Scheine hin- und herreichten, um dann nach dem Aussteigen unseren Verlust zu bemerken… naja, zu spät… Fazit: Uber!

 

Museo Nacional

Der eigentlich Plan heute war, ins Planetarium zu gehen, um eine Art Show anzusehen, aber leider wurde der Saal für eine Show morgen hergerichtet, weshalb wir nur eine kleine Ausstellung ansehen konnten und das Vorhaben auf Morgen verschoben.

Auch der Plan, ins Katzencafé zu gehen (ja, da gibt es echte Katzen), schlug fehl, da wir am falschen Ort waren und uns in einem Restaurant mit dem irreführenden Namen „Gatos“ befanden…

Schließlich landeten wir im Museo Nacional und waren leider auch davon eher enttäuscht. Aber einige interessante Sachen fanden wir:

Im Zusammenhang mit der Violencia/ el Conflicto: Ein Mann mit Baby und Gewehr auf dem Schoß, leider wissen wir nicht, zu welcher Seite er gehörte.

Eine Plaza de toros in Miniatur:

Wie ich am Anfang des Semesters schon berichtet hatte, is t die Chicha, eine Art Bier aus Mais, traditionelles Getränk der ländlichen Gegenden Kolumbiens. Wie uns ein Securitytyp ganz exklusiv erklärte, gab es eine Kampagne, die die Bevölkerung abhalten sollte, dieses Getränk zu konsumieren, da es zu Gewalttätigkeit führte und mit Gefängnis bestraft wurde…

Eine Deutsche Bierfirma, La Bavaria, die in Kolumbien Ende des 19. Jhdt. auf großen Erfolg hoffte, hatte mit den Gewohnheiten der Kolumbianer zu kämpfen, die ihre Chicha bevorzugten. Der schlaue Schachzug war schließlich, La Pola, eine Nationalheldin Kolumbiens auf den Flaschen zu platzieren – was schließlich funktionierte. So sagen die Kolumbianer immer noch, anstatt von cerveza zu sprechen: „Tomemos una pola!“

Für diejenigen unter euch, die des Spanischen mächtig sind:

https://www.elespectador.com/noticias/politica/pola-heroina-popular-articulo-424038

Afrikanische Traadition der eingeführten Sklaven:

Diese Decke nähten Frauen aus einem Dorf, das von Paramilitares überfallen wurde, wobei viele Einwohner ums Leben kamen, um ihre Traumata zu verarbeiten.

Eine Druckmaschine:

Danach ging’s mit Fanny zu Tomy Tomato, eine billige Pizzaaktion konnte nicht ignoriert werden…

Sonnenuntergang am Monserrate

Der eigentlich Plan war, das Planetarium zu besichtigen, leider schloss das aber bereits, als wir ankamen. Deshalb beschlossen wir, das ausnahmsweise gute Wetter zu nutzen und mit der Seilbahn auf den Monserrate zu fahren, um den Sonnenuntergang zu genießen. Das war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Die Aussicht ist einfach unglaublich und die Stadt zu überblicken, während die Sonne im Hintergrund langsam immer tiefer sinkt und nach und nach immer mehr Lichter das Dunkel erhellen, ist unglaublich schön. Man sieht jede Straße und endlose Stadt in alle Richtungen. Trotz der Kälte und der schrecklich kitschigen Weihnachtsdeko hat es sich gelohnt.

Danach haben wir uns mal wieder Abendessen im WOK gegönnt, diesmal eine andere Filiale, aber das Essen genau so genial lecker und billig…

La plaza de toros

Nach dem Handyzwischenfall gingen wir in die Stierkampfarena, die auch im Zentrum ist. Wir bekamen eine „Führung“ von einem Wachmann, den wir am Eingang ansprachen, ob man die Arena anschauen kann. Er fragte, wo wir herkamen , und nachdem wir ihm erklärten, dass wie Deutsche waren, meinte er, gegen eine kleine Propina (also Trinkgeld) zeigt er uns alles. Keine Ahnung, ob er das bei Kolumbianern auch so gemacht hätte und unsre Herkunft jetzt Vor- oder Nachteil war, also uns  den Eintritt ermöglichte oder den Eintritt teuer machte.

Jedenfalls führte er uns durch die Arena und erklärte, dass diese auch heute noch für Konzerte, Sportveranstaltungen und zweimal im Jahr für Stierkämpfe verwendet wird. Leider ist dsa Ziel immer noch, den Stier zu töten…

Handy geklaut…

Jetzt ist es endlich passiert… Vor kurzem dachte ich noch: Wie cool, dass ich ohne beklaut worden zu sein wieder nach Hause fliege, aber das war wohl nichts.

Ich war heute Nachmittag auf dem Weg, um Nadine zu treffen. Gehe ganz entspannt die Séptima entlang, eine Straße voller Menschen, das Handy in der (leider nicht verschließbaren) Jackentasche, Ohrenstöpsel in den Ohren und am Musikhören. Auf einmal hört die Musik auf, ich will mein Handy rausholen, um nachzusehen, was los ist, und es ist nicht mehr da. Ich schaue auf den Boden, denke, es ist vll aus der Tasche gefallen, aber nichts. Als ich aufblicke und die Menschenmasse, die um mich rum läuft, scanne, fällt mir nichts Verdächtiges auf. Niemand am Wegrennen…

Naja, was hätte ich tun sollen, das Handy ist jetzt wohl weg. War zum Glück schon sehr alt und ich wollte mir zu Hause eh ein neues anschaffen, aber ärgerlich ist es trotzdem. Gott sei Dank war nichts allzu wichtiges drauf und keine Passwörter gespeichert. Die Sim ist bestimmt längst draußen und irgendjemand verdient sich jetzt Geld beim Verkauf…

Mir für 2 Wochen ein neues anzuschaffen, lohnt sich fast nicht, vielleicht leiht mir einer meiner kolumbianischen Freunde ein ausgedientes oder ich wage ds Experiment Handylos… mal kucken.

La Macarena

Heute Nachmittag waren Nadine und ich im Viertel La Macarena (auch im Zentrum und von uns aus zu Fuß erreichbar) unterwegs. Viele nette kleine Häuschen und vor allem unzählige Cafés (merkwürdigerweise die meisten leider geschlossen) zeichnen die Straßen aus.

Das Gebiet um die Stierkampfarena um 1960: Die Wolkenkratzer fehlen, man sieht noch grün, aber die Straßen sind schon zu der Zeit riesig…

Wir kamen nicht an der Chocolatería vorbei, ohne eine Pause einzulegen…

Volkswagen heißt hier Colwagen haha

Sieht nicht apettitlich aus, war aber mega: Sauerkraut und Kartoffelbrei…

 

 

El mercado de Paloquemao

Viele Kolumbianer hatten mir empfohlen, einmal auf den Markt an der Plaza de Paloquemao zu gehen, heute haben wir das endich umgesetzt. Auch, weil es die Aufgabe für einen Kurs war, sich das Treiben dort anzusehen und Obst und Gemüse zu dokumentieren, das einem bisher Unbekannt war.

So fuhren wir per Transmi zum besagten Marktplatz, an dem täglich alles angeboten wird, was man sich vorstellen kann. Von Obst und Gemüse über Gewürze, Haushaltswaren, Fisch, Essen zum sofortigen Verzehr und und und… Nur Kleidung gibt es keine. der Markt hat jahrzehntelange Tradition und die Verkäufer kommen früh am Morgen. Die allerersten sind die Blumen- und Pflanzenverkäufer, die aber leider schon weg waren, als wir um 1 Mittags ankamen. Auch viele andere Stände in der großen Halle hatten leider schon zu oder waren am Einpacken, trotzdem war das Geschehen beeindruckend.

Aber seht selbst:

Riesenmozarella:

Eine Krippe…

 

Guatila:

Cubio:

Alle denkbaren Kräuter, vor allem für Tee, auch Marihuana und Coca…

Pepino, ist innen hohl, deshalb füllt man sie beim Kochen meist:

Higo chumbo (Kaktusfeige):

Curuba (vor allem verwendet für Saft):

Frijoa:

Arracacha:

Hmmm… ohne Worte 🙂

 

Typisch Kolumbien…

Ich hab noch 2 Punkte zu meiner Liste „Typisch Kolumbien“ hinzuzufügen:

  • Wenn die Kolumbianer in eine Richtung zeigen wollen, machen sie das häufig nicht mir ihrem Finger, sondern mit ihrem Mund. Das hat mir jemand vor Monaten erzählt und ich hielt es für ein Gerücht, da ich es nie gesehen hatte, aber vor kurzem dann tatsächlich: die Mundgeste bei einm Polizisten. Sieht schon witzig aus, ein Kussmund und den Kopf in besagte Richtung drehen haha
  • Ich glaube, sie versuchen, das fehlende Weihnachtswetter mit Kitschdeko wettzumachen! Straßen, Hauser und Wohnungen sind voller Lichterketten, Kränze, Bäume und und und…

 

Megaland

Das hier war die Schlange, die uns erwartete, als uns der Uber-Fahrer gestern morgen beim Parque Simón Bolívar rausgeschmissen hat… Die Kolumbianer haben eine ausgeprägte Vorliebe für Schlangen… Auch hier gab es nicht nur eine, sondern zwei: Chicos und Chicas getrennt, damit die Abtastung durch Polizisten/ Polizistinnen am Eingang gesetzesgemäß erfolgen konnte. Das Chaos war aber vorprogrammiert, da sich geschlechtsgemischte Freundesgruppen oder Pärchen natürlich nicht freiwillig trennten. Außerdem war die Schlange der Männer viel kürzer, weshalb sich viele Mädels dort anstellten, die dann aber von den anderen Chicas mit „Chicas atrás!!“, also „Hintenanstellen“ weggeekelt wurden… Unglaublich, wie zickig die sein können… außerdem ging die Jungsschlange viel schneller, da viele Mädels es trotzdem dort nach vorne schafften und dann aber auf die Frauenseite wechselten. Wir standen also eine Stunde in der prallen Sonne, bevor wir reinkamen. Aber es lohnte sich. Von 2 bis 10 traten ca. 15 Musiker/ Bands auf und wir hatten durch unsre VIP.-Karten, die nichtmal 30€ gekostet hatten, beste Sicht. Die Stimmung war unglaublich und wir sahen unter anderem Nicki Jam, J. Balvin und Carlos Vives.

Gegen Ende war ich aber wegen des wenigen Schlafs, meines Schnupfens und des ununterbrochenen Stehens ziemlich erledigt. Zum Heimfahren fanden wir auf Grund des großen Andrangs auch nur schwer einen Uber… Aber es war die „Strapazen“ wert.

Videos hab ich gemacht, leider hört man nichts, es war einfach zu laut. Die sind von Nadine 🙂

 

 

https://www.lamega.com.co/webiando/line-up-oficial-megaland-2017/

https://www.youtube.com/watch?v=eyMXuOfaaoI

 

https://www.youtube.com/watch?v=btZB3wOTOFo

https://www.youtube.com/watch?v=IekFHLJ47VM

 

 

Dummheit siegt

Nach unserem Festmahl im „WOK“ sind wir dann ein paar Straßen weitergelaufen, die Zone um die calle 85 ist bekannt für ihr Nachtleben. Gelandet sind wir in einem Reggeaton-Club mit tödlichen Treppen und komischer grüner Plastikpflanzen-Deko gelandet. Vor dem Club haben wir einen Kolumbianer kennengelernt, der zufällig ein bisschen Deutsch konnte und uns deshalb ansprach. Seine „Schuld“ war es dann auch, dass wir nach dem Ende der Party um 3 in einen anderen Club weiter sind, wo seine Freunde unterwegs waren… Wir wussten genau, dass das ein großer Fehler ist, aber ganz nach dem Motto: „Wir machen nur ein Auslandssemester“ sind wir dann trotzdem mit und haben bis 5 weitergetanzt.

Bis ich dann nach einem „Mitternachtssnack“ (der schon lange keiner mehr war) endlich geschlafen hab, war es 7… und um halb 10 hieß es aufstehen, da wir Karten für ein Reggaetonfestival hatten. Tja, selber Schuld… Ich sollte es bereuen…