Komme gerade von einem vegetarischen Restaurant zurück, das uns alle begeistert hat. Die Einrichtung superchillig, die Musik noch viel mehr, die Angestellten total lieb (alle Rastas) und der Laden, der zum Restaurant gehört hat uns die Sprache verschlagen. Neben Kleidung, Snacks und Nahrungsmitteln kann man hier auch Spacecookies kaufen…
Ein paar Worte zum Salsakurs
Ich werde jetzt tatsächlich jeden Mittwoch und Freitag 3 Stunden Salsa tanzen. Bzw. es versuchen… Klappt aber besser als ich es mir zugetraut hätte. Momentan ist es noch eher Basisschritte lernen, jeder für sich, aber in 2 Wochen lernen wir eine Choreographie in Pärchen, wenn wir das richtig verstanden haben. Was ich mich allerdings frage, ist, warum die Kolumbianer den Kurs überhaupt machen. Die können das nämlich eigtentlich wirklich schon alle perfekt… Vielleicht tun sie sich das aber auch für den Credit an, den man dafür kriegt 🙂 und Spaß machen tut’s sowieso.
Villa de Leyva – kam alles etwas anders als erwartet…
… und nicht unbedingt auf positive Art und Weise leider. Am Freitag haben wir uns schon um 6.45 Uhr morgens getroffen, um mittags in Villa de Leyva zu sein. Es ist ein Ort im Kolonialstil und bekannt für das Festival de Cometas (Drachenfestival, also diese fliegenden Dinger aus Plastik/ Papier, keine Tiere 🙂 ) Die Fahrt dauert so 3,5h, wir haben aber noch Halt an der Puente de Boyacá gemacht, der Ort hat im Unabhängigkeitskrieg eine wichtige Rolle gespielt. Wen’s interessiert: Wikipedia
Kurz bevor wir ankamen, erwartete uns die erste negative Überraschung: eine Polizeikontrolle. Samt Hund, der unseren Bus auf Drogen durchsuchte. Und tatsächlich waren ein paar Rucksäcke auffällig, die dann draußen sorgfältigst ausgepackt und durchsucht wurden. Und niemand anderer als einer der Organisatoren der Reise (IBSA hatte über eine Organisation gebucht) hatte ein paar Päckchen Gras und Tabletten dabei, was sie natürlich fanden. Riesenpech, denn eigentlich sind Kontrollen nicht an der Tagesordnung. Naja, für ihn war die Fahrt dann erstmal beendet. 2 Stunden später stand er dann aber doch wieder am Zeltplatz, wo wir inzwischen versuchten, alle Zelte unterzubringen, und meinte, die Sache ließ sich mit einer entsprechenden Geldmenge regeln…
Der Garten, in dem wir alle unterkommen sollten, war tatsächlich zu klein für alle, weshalb 8 von unsrer 50-Leute-Gruppe, darunter auch ich, auf einen andern Ort umsiedeln mussten. Wir hatten aber eigentlich Glück, denn er stellte sich als deutlich sauberer raus. Eigentlich war für den Nachmittag ein Ausflug zu den Pozos azules geplant (https://www.villadeleyva.in/blog/pozos-azules-de-villa-de-leyva/), während wir aber in der Stadt zum Essen unterwegs waren, fing es an zu regnen. Bzw. zu schütten, unglaublich. Wir saßen in einem Restaurant fest und warteten eine Stunde, doch es hörte nicht auf. Schließlich kauften wir einen Schirm und traten den Rückweg an, über Sturzbäche, die sich auf den Straßen gebildet hatten… Letzten Endes entschieden wir, den Ausflug auf Montag zu verschieben. Wofür war ich nochmal um 5 aufgestanden? Der Abend wurde dafür super chévere, wir landeten in einer Bar mit Blick auf den Plaza Mayor und live Musik und danach in einem ziemlich coolen Club.
Trotz Riesenmüdigkeit schlief ich ziemlich schlecht, es war hart, laut und eng im Zelt. Und am Morgen wachte ich mit einer Mordserkältung auf, hatte es schon kommen gefühlt… Leider hat das den Sonn- und Montag ziemlich anstrengend gemacht. Und zu allem Überfluss war die Dusche eiskalt.
Der geplante Ausflug zu den Wasserfällen von La Periquera fiel auch aus, da der Park unerwartet geschlossen war. Dafür ging’s in den Naturpark Mayoral, wo wir eine Wanderung durch die wunderschöne Landschaft gemacht haben, im Amazonas in Miniausgabe baden konnten uuuund auf Büffeln geritten sind. Nachmittags haben wir dann das Festival de Cometas angeschaut, es war aber nicht so spektakulär wie erwartet. Obwohl die unzähligen Drachen in allen Formen und Farben, die den Himmel füllten, sehr schön aussahen. In unterschiedlichen Kategorien stiegen sie am Plaza Mayor in den Himmel und die Menschenmassen, die das Spektakel ansahen, waren unglaublich.
Am Abend habe ich viele neue Leute kennengelernt und ich muss sagen, ich liebe die Kolumbianer mehr und mehr. Alles unglaublich liebe, offene und lustige Menschen.
Am Sonntag wurden wir um 6 von Reggaeton geweckt, der den ganzen Zeltplatz beschallte und uns nicht mehr schlafen ließ. Auch der genervte Schrei meiner französischen Zeltpartnerin „Baja la música, maricón!“ half nicht… Wir holten den Ausflug zu den Pozos azules nach, auch wunderschön, türkisblaue Seen inmitten einer wüstenartigen Landschaft. Danach waren wir auf einem Weingut, eine echte Besonderheit in Kolumbien, da der Boden und das Klima hier eigentlich keinen Weinanbau zulassen. Laut meiner Freunde war der Wein wohl nicht so gut, ich hab leider auf Grund meiner Erkältung nichts geschmeckt. Nachmittags fiel dann das Reiten flach, auf das ich mich so gefreut hatte, da wir keine Zeit mehr hatten… Dafür bekamen wir aber nach dem Zeltabbau ein Privatkonzert von einer Gruppe Kolumbianer, die dort spontan sangen und musizierten.
Um 11.30 war ich dann endlich daheim und weiß mein Bett jetzt so richtig zu schätzen!
Weitere Fotos folgen morgen, bekomme ich noch 🙂
PS.: Die Straßen hier sind schrecklich, wenn sie nicht geteert sind. Und noch schrecklicher, wenn man einen Busfahrer hat, der ohne Rücksicht auf Verluste über alle Huckel rast…
Der ganz normale Wahnsinn
Basado en hechos reales…
Was heute geschah:
- América Latina y el Caribe: Fußballvideos („la mano de Dios“ y „el gol del siglo“ angeschaut; Despacito auf Youtube gehört/ angesehen – Kommentar des Profs: „Das Video zeigt viel von der Lateinamerikanischen Identität“ haha
- América Latina – Sentir para crear: Auf der megageilen Dachterasse der Uni (Foto folgt irgendwann) Geschichten geschrieben und Kindergartenbilder gezeichnet (okay, es hatte mit der Kurzgeschichte „El Aleph“ zu tun…)
- Russisch: Nichts. Oder anders gesagt: Vollkommen an der eigenen Intelligenz (?) verzweifelt…
- 50.000 pesos mehr oder weniger freiwillig für einen Bettler an der Kasse im Supermarkt mitbezahlt… (ja, ich war zu nett und ja, das war das erste und letzte Mal!)
- 3 superstrange Kurzfilme in einem Fleichlichtkino angeschaut, sind jetzt etwas traumatisiert…
So viel dazu. Morgen fang ich nen Salsakurs an und am Samstag gehts um 6 morgens auf nach Villa de Leyva, unter anderem zum festival de las cometas. Wahrscheinlich komm ich erst nächste Woche dazu, was zu schreiben, also keine Sorgen machen, bin nur unterwegs 🙂
👌
Runtastic
Musste mein Handy zurücksetzen und konnte Strava leider nicht mehr installieren… Hoffe mal, das klappt auch so 🙂
Die Abgase machen mich fertig…
Sophia ha terminado una sesión de una carrera runtástica de 4,8 km en 40m 10s
Concierto de la Banda Filarmónica Juvenil
Ich komme gerade von einem mega guten Konzert zurück. Auch wenn es schwer war, den Ort zu finden (wir wurden mehrmals quer durchs Viertel geschickt), und wir am Heimweg komplett abgeregnet wurden (danke Uber), hat sich der Aufwand dann doch gelohnt. Das Jugendphilharmonierorchester von Bogotá hat ein kostenloses Konzert in der Universidad de los Andes gegeben. Und es war wirklich erstklassig! Auch die Stücke alle wunderschön.
Programm war folgendes:
Johan de Meij: T-bone Concerto para trombón (Solista: Hugo Saavedra)
Jorge Villamil: La vaquería (Versión musical: Andrés Francisco Cristancho)
Ruben Fuentes: Sabes una Cosa (Versión musical: Andrés Francisco Cristancho)
Moises Simóns: El manicero (Versión Musical: A. F. C.)
Lucho Bermudez.: Prende la vela (Versión Musical: A. F. C.)
Anécdota…
Heute hatte ich eine wichtige Erkenntnis… Die Story dahinter: Mehrere Einkäufe im „Panamericana“, einem Elektro-/Schreibwarenladen. Ich war dort jetzt bestimmt schon 6 mal. Und immer haben sie mich an der Kasse nach meiner „número de celular“ gefragt. Und ich immer: „No tengo“, warum sollte ich denen auch meine Handynummer geben, um dann vollgespamt zu werden?! Hab mich immer gefragt, warum die Kolumbianer das so bereitwillig preisgeben…
Naja, heute habe ich denen dann doch mein Handy unter die Nase gehalten, da ich meine kolumbianische Nummer noch nicht auswendig weiß (ok, meine deutsche auch nicht) und nachdem die Kassiererin ziemlich seltsam gekuckt hat, is mir ein Licht aufgegangen. Die sagen nicht „celular“, sondern „cédula“, also Ausweisnummer… Und niemand dort hat sich je gewundert, warum ich keinen Ausweis habe.
Wieso genau sie das immer wissen wollen, weiß ich nicht, wird aber ausführlich Thema in einem der Kurse, vielleicht kann ich das dann nachvollziehen. Aber ziemlich bescheuert, die Geschichte. Die Verkäuferin musste sich glaub ich das Lachen etwas verkneifen…
Als Vegetarier in Bogotá
Heute wirds kurz, war ’n anstrengender Unitag.
Deshalb nur eine Mitteilung: Bin jetzt Vegetarier. Seit 2 Wochen glaube ich. Und ich denke, das bleibt so 🙂 Hat aber nichts damit zu tun, dass ich den Hygieneverhältnissen hier nicht traue! Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt… Und es klappt super gut, auch, wenn einen die Kolumbianer etwas komisch anschauen, wenn man das „vegetarische“ Gericht mit Hühnchen nicht nimmt xD
Horrortrip zum Baumarkt
Nachdem wir gestern in einer Bar namens „Treffen“ den Geburtstag einer Passauer Mitstudentin gefeiert haben, samt Karaoke, Brettspielen, Tanzunterricht (Warum können die das hier alle so geil?!) und Sprachkurs (marica – heißt eigtl. schwul, wird aber in allen möglichen anderen Zusammenhängen verwendet; chévere – cool; …), und es ziemlich spät wurde, kam ich heute auch dementprechend spät aus dem Bett. Trotzdem hab ich mit Joza den Tag genutzt, da alle Geschäfte hier wie gesagt auch an Sonntagen geöffnet sind. Eigentlich sollte das nicht mehr als 2 Stunden in Anspruch nehmen, leider wurde aber tatsächlich der ganze Tag draus… Und das, weil wir erstens ewig auf den Bus gewartet haben, der uns zu einer Art kolumbianischen Ikea bringen sollte. Als wir dann drin waren und den Halteknopf vor unserer Haltestelle gedrückt haben, hat der Busfahrer uns einfach ignoriert und gleich mal 2 weitere Haltestellen überfahren, bis wir ihm dann persönlich mitgeteilt haben, dass wir gerne raus wollen… naja, also dann zu Fuß den Weg zurück, um dann dort nach endlosem Fragen festzustellen, dass die Adresse zwar gestimmt hat, aber sie in einer anderen Stadt lag… Ganz toll. Also Uber gebucht und uns persönlich hinbringen lassen. Der Baumarkt/ Ikea war einfach riesig, es hat sich also doch gelohnt… Bin jetzt stolze Besitzerin einer Zimmerpflanze, Haken für Jacken, eines Nachttischs und anderer Kleinigkeiten. Und jetzt komm ich hoffentlich endlich mal dazu, etwas für die Uni zu tun.
PS.: Gestern habe ich eine Passauer Studentin im Supermarkt getroffen, die hier letztes Semester war und am Dienstag nach Peru weiterreist. Vollkommen verrückter Zufall…



