7 Fakten zur „Chiva rumbera“

  1. „Chiva rumbera“ heißen hier Partys auf einem fahrenden Bus ohne Stühle und Fenster, dafür aber mit Tanzfläche und Musikanlage, die sich gewaschen hat…
  2. In Deutschland wäre das sicher verboten?!
  3. Die Busfahrt führte uns nach Chía, ein Nachtviertel mit Clubs und Bars.
  4. Trotz einer mehr als eineinhalbstündigen Fahrt vergeht die Zeit schnell, außer du musst aufs Klo. Das gibt’s nämlich auch nicht.
  5. Unerklärliche Wartezeiten im Bus bis zur Abfahrt und auf den Bus vor der Heimfahrt inbegriffen
  6. Die Kolumbianer wissen, wie man feiert. Vor 5 kommt man nicht ins Bett.
  7. Fester Bestandteil: Aguardiente (agua + ardiente => Wasser + brennend); Alkoholgehalt: 40 bis 45%…

Museo del Oro

Für knapp über einen Euro haben wir uns heute in einem supermodernen Museum die Geschichte des Goldes, vor allem in Lateinamerika angeschaut. Leider waren die Erklärungen nicht sehr ausführlich, weshalb nicht viel mehr hängen geblieben ist, als dass schon 2000 v.Chr. Gold genutzt wurde, v.a. für religiöse und dekorative Zwecke, und dass sich die Geschichte von den Indigenen über die Kolonialisten bis heute hinzieht. Und schön anzusehen war es allemal.

Un día „normal“ en Bogotá

Heute ging es weiter mit der Stundenplanbastelei. Nachdem ich definitiv 20ECTS in Deutschland brauche und mein Portugiesischkurs gestrichen wurde, musste ich mir einen Ersatz suchen. Nach mehrmaligen Hin- und Hergeschickt-Werden heute zu allen möglichen Instanzen war klar: Die Kurse, die mich interessiert hätten, werden nicht angeboten, passen nicht in meinen Stundenplan oder haben zu wenig Punkte… Nunja, die Konsequenz: Ich lerne jetzt Russisch. Auf Spanisch. Hört sich kompliziert an, ist es auch. Aber lustig trotzdem. Mal schaun, wie das klappt. Das Alphabeth allein ist schon eine Herausforderung…

Neben Russisch hatte ich heute noch 2 andere Fächer: „América Latina  y el Caribe“ die zweite und „América Latina – Sentir para crear“. Ersteres bestand diesmal aus Gruppenarbeit und die drehte sich um die Frage: Was macht die Identität Lateinamerikas aus? Zweiteres wird von einer jungen, engagierten und sehr sympathischen Dozentin gegeben. Zu Beginn hieß es erstmal: Male eine Karte von Lateinamerika mitsamt Länder- und Hauptstadtnamen… Ich war gar nicht so schlecht. Im Laufe des Semesters werden wir uns mit lateinamerikanischer Literatur, Filmen, Musik, Geschichte und und und befassen, und das alles auf sehr aktive Weise. Nichts mit Zurücklehnen und Berieselnlassen!

Nach der Uni hab ich einer Freundin beim Umzug geholfen. Wir dachten, wir sind schlau und bestellen einen Uber, haben aber leider nicht mit dem Festival de la luz gerechnet. Straßensperren, Stau, 2 Fast-Unfälle und jede Menge Abgase in unsren Nasen – das waren die Konsequenzen… Aber nach knapp einer Stunde geschafft.

Morgen gehts ins Museo del Oro und Abends zur Chiva Rumbera. Eine Party auf einem Bus, der uns nach Chía bringt und dann hoffentich wieder heil nach Hause hehe.

Buenas noches!

 

 

Update

Und hier ein paar weitere Fakten:

  • Es gibt wirklich geniales Obst hier. Hab gerade die Mango dulce gegessen und die ist einfach perfekt. Genau die richtige Größe und super süß! Und die Guayaba (nicht zu verwechseln mit Guanábana) ist auch echt gut, ein bisschen viele Kerne (die man beim besten Willen nicht zerbeißen kann), aber sehr lecker!

  • Es gibt Arepa aus verschiedenen Maissorten, die dann auch Farbe und Geschmack bestimmen. Eher gelblich oder weiß, mehr oder weniger süß…
  • Die Kolumbianer LIEBEN Spitznamen. Ich wurde zu Sophi.
  • Schaut euch das Bild mal genau an:

Ladestationen mitten in der Stadt mit freiem WLan. Undenkbar in Deutschland…

  • Da es üblich ist, Sim-Karten ohne Anrufe, also nur mit Daten zu kaufen, rennen in der Stadt Menschen rum, die Handys für einige Minuten zum Telefonieren vermieten.
  • „No dar papaya“ ist einer der Lieblingssprüche der Kolumbianer. Das heißt so viel wie „Anderen keine Gelegenheit bieten, einen auszurauben/ auszunutzen etc.“
  • Hab mir einen Föhn gekauft… für 35€… Gibts hier nur in Fachläden oder auf dem Flohmarkt.

Primer día de clases regulares

Heute wirds kurz, ich bin ziemlich erledigt… Zuerst haben wir uns mit den für uns Intercambioleuten zuständigen der Uni getroffen, um unsere Stundenpläne zu besprechen und gegebenfalls zu ändern, was sich als recht komplizierte Angelegenheit herausgestellt hat. Einige Kurse wurden wegen zu wenigen Teilnehmern gestrichen (wie auch mein Portugiesischkurs), von anderen wurden uns auf Grund des Schwierigkeitsgrades abgeraten. Und das hat wieder alles umgeschmissen… Also neue Bastelei, da jeder Kurs zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Campi der Uni stattfindet… kompliziert, kompliziert… Und er steht bei mir leider immer noch nicht.

Um 9.00 hatte ich dann meinen ersten Kurs: América Latina y el Caribe. Der Dozent sehr sympatisch, motiviert, und bemüht, uns Ausländern langsam genug zu reden. Er stellte gleich klar, dass die Kurse hier anders laufen als in Deutschland: Anwesend sein, mitarbeiten, Präsentationen, Projekte Abfragen… Im Anschluss legte er gleich mal mit einem Quiz los. Welches leider sehr ernüchternd für uns ausfiel. Wisst ihr, wie Bolivien mit ganzem Namen heißt? Was ist Mercosur? Wir gringos bekamen auch am Ende noch eine Einführung in moodle verpasst, die Online-Plattform, über die hier alles läuft (Lernstoff, Lektüren, Quizes etc.)

Danach Weiterbasteln am Stundenplan, unter anderem haben wir mit einem supersympatischen Soziologie-Prof geredet und ihn zum Inhalt einiger Fächer befragt. Mittags hab ich dann von Joza (auch aus Passau) ein anderes vegetarisches Restaurant gezeigt bekommen. Wieder mal Peto (Mais-Milch-Suppe) und Falaffel. Sehr lecker.

Und danach wir beide zu mir nach Hause, weitergebastelt… Um 5 haben wir uns dann einen zweiten Kurs angeschaut – Democratización y búsqueda de la paz – der Dozent jung und engagiert, nur leider zu motiviert im Redefluss und das Fach sehr politiklastig. Außerdem war es draußen schon dunkel, zu spät für mein Gehirn. Den Kurs werd ich also leider streichen.

Im Anschluss war ich mit Joza erstmal Frustshoppen und Frust-Crepe-Essen, da wir superfertig und von dem ganzen Stundenplanchaos mega genervt waren… oder immer noch sind.

Joa, morgen hab ich frei, aber trotzdem genug zu erledigen, und ich hoffe, endlich mal wieder laufen gehen zu können!!

Ach ja, und Granada (grüner Granatapfel) hab ich probiert. Superlecker, wenn auch kompliziert zu essen. Könnte man mit Weißwurstauszutzeln vergleichen.

El mercado de Usaquén

Nach der „Wanderung“ sind wir dann noch auf dem Markt in Usaquén gewesen. Es ist ein barrio (Stadtviertel) im Norden Bogotás und, um dort hinzukommen, habe ich die erste Uber-Fahrt meines Lebens gemacht. Wer das nicht kennt, fragt Google, ist genial 🙂

Auf dem Markt kann man alles kaufen, was man sich vorstellen kann. Vor allem Handgemachtes: Deko, Schmuck, Honig, Kuchen, Nützliches… und Ameisen. Jawohl, gebratene Ameisen in Plastiktüten. Die wurden dann Opfer eines typisch kolumbianischen Trinkspiels, dass wir – natürlich ohne Alkohol – in einem Kaffe erklärt bekamen. Und der Verlierer durfte … die Ameisen verköstigen. Auch, wenn diese von einigen Indigenen hier wohl wirklich mit Genuss verzehrt werden, uns haben sie nicht zugesagt…

El Monserrate

Jetzt bin ich tatsächlich schon eine Woche hier und es kommt mir vor wie 2 Tage… Die Zeit wird so schnell vergehen und es gibt noch so viel zu entdecken!

Heute habe ich den Punkt „Monserrate erklimmen“ abgehakt. María, mein Buddy (also Studentin am Rosario) hat uns bunt gemischte Truppe (Franzosen, Deutsche, Spanier und Kolumbianer) auf den Gipfel geführt. 700 Höhenmeter auf ca. 2km Distanz, Stufe um Stufe… Wir mussten allerdings einige Pausen einlegen, denn anders als die dort arbeitenden Einheimischen, ging uns bald die Puste aus. Ich bewundere sie allesamt, die, die täglich Snacks, Getränke, Schmuck und Kerzen und was nicht noch alles den Weg hochtragen, um sie den völlig fertigen Touristen anzubieten (über die sie sicher lachen). Und die, die am Gipfel in den Verkaufs- und Imbisständen arbeiten fast noch mehr.

Heute haben sie bestimmt gutes GEschäft gemacht, denn auf Grund des Feiertags (Geburtstag von Bogotá) hatten auch kolumbianische Familien die Gelegenheit, den Tag kulturell zu nutzen. Und für die Polizisten hieß es wohl: Betriebsausflug, aber mit Workout versehen. Kleine Armeen in weiß-grünen Trainingsanzügen sind uns beim Aufstieg entgegengekommen…

Aber die Aussicht ist wirklich einmalig. Wie Bogotá einem zu Füßen liegt, nach allen Seiten kein Ende in Sicht, umgeben von Wolken und Bergen.

Die Kirche dort oben ist es allerdings nicht wert, man könnte sie ohne schlechtes Gewissen als langweilig bezeichnen… Aber für einige streng Gläubige ist sie mehr als eine normale Kirche. In der Semana Santa, also vor Ostern, kriechen sie auf allen Vieren den gesamten Weg hoch, um Vergebung ihrer Sünden zu erbitten…

PS.: Geht niemals mit eurem Freund/ eurer Freundin oder Verlobtem/r dort hoch, das bedeutet Pech in der Ehe oder erst gar keine solche…

Carnaval de Bogotá

Also, wenn so etwas wie Reizüberflutung existiert, dann  bin ich davon jetzt definitiv betroffen! Ich komme nämlich gerade vom Karneval, mit dem die Bogotaner jedes Jahr am 6./ 7. August den Geburtstag ihrer Stadt feiern. Und zwar mit einem Meer aus Farben, Klängen und Gerüchen… Ich war zusammen mit 2 Deutschen aus Dresden unterwegs und wir waren alle geflasht von der Atmosphäre. Es gab einen riesigen Umzug durch die Straßen im Zentrum der Stadt und alle möglichen Straßenkünstler, Musiker, Maler, Fresstände und und und drumherum. Der Umzug bestand aus einzelnen Gruppen mit verschiedenen Themen, jede mit eigener Trommler-/ Blasintrumentengruppe. Allgegenwärtig aufwändige Konstüme in allen Farben, zu denen auch extrem hohe Stelzen gehörten, komplizierte, einstudierte Choreographien und aufwändige Visage. Und drumherum: Menschen, unendlich viele Menschen, junge, alte, arme, reiche, alles vertreten. Und alle angesteckt von der guten Stimmung. In der Luft mischt sich der Duft von Zuckerwatte mit dem Gestank von Urin (sorry).

Und auch Teil des Umzugs: Gruppen von Polizisten. Nebenher fand auch eine Art Militärparade statt.

 

Ansonsten ist unsre WG jetzt vollständig. Heute kamen noch 3 kolumbianische Mädelns an, María, Luisa, und eine, die ich noch nicht kennengelernt habe. Und Karen und Juan (aus Venezuela) sind ja schon vor mir dagewesen.

Ich hab heute morgen die Lulu probiert und muss leider sagen, dass das nicht so ganz nach meinem Geschmack war. Man kann sie essen wie Kiwi: Halbieren und auslöffeln, aber sie war einfach nur sauer! Obwohl schon reif… Außerdem hab ich jede kleine Wunde in meinem Mund gemerkt, da das einfach nur gebrannt hat. Wenigstens versteh ich jetzt, warum man das hier eigentlich nur als Saft genießt.

Der Buñuelo, den ich heute probiert hab, war dafür ziemlich gut. Ein runder Teigknödel mit Käse drin, sehr zu empfehlen.

Vor dem Karneval waren wir noch auf einem Flohmarkt, ich hab überlegt, mir einen Föhn zu kaufen, aber ob der dann auch funktioniert war eine andere Frage…

Ach ja, und was mich heute auch sehr amüsiert hat: Polizisten auf Segways. Ganz im Stil von „Der Kaufhauscop“.