Wir haben es ja versucht…

Heute gibt’s eine kleine Anekdote, die sich letzten Freitag zugetragen hat… Eine deutsche Freundin und ich haben uns nämlich auf den Weg ins Krankenhaus gemacht, da ihr seit Wochen übel ist und eine Schwangerschaft definitiv auszuschließen haha.

Nachdem sie den unieigenen Arzt abgehakt hatte, der ihr ohne eindeutige Diagnose unter anderem ein Wurmmittel und ein Medikament gegen Übelkeit während einer Chemotherapie verschrieben hatte, wollte sie sich eine zweite Meinung einholen.

Unser Trip entwickelte sich dann aber anders als geplant… Im Krankenhaus angekommen sagte man uns, wir müssten über 200.000 pesos zahlen (da das KH nicht mit ihrer Versicherung zusammenarbeitet) und mit 6 Stunden Wartezeit rechnen.

Das wollte wir uns nicht antun und liefen zu einem Arzt in der Nähe. Es stellte sich aber heraus, dass der bereits um 4 Uhr Feierabend gemacht hatte.

Also nahmen wir einen Uber zu einem dritten Arzt, der im Internet eine sehr gute Bewertung hatte und der einzige war, der Freitag Abend geöffnet hatte. Dort angekommen wurden wir unfreiwillig zur Attraktion der ganzen Praxis. Die etwas betagte Sprechstundenhilfe war vollkommen aus dem Häuschen, dass 2 Gringos in ihre Praxis kamen. Voller Euphorie hat sie uns erstmal allen Wartenden, die auf weißen Plastikstühlen im Wartezimmer saßen und sich von einem Röhrenfernseher berieseln ließen, vorgestellt. Danach notierte sie die Daten meiner Freundin, wobei sie uns dauernd mit „tan lindas las dos“ („so lieb/ süß die beiden“) Komplimente machte. Computer gabs nicht und der Name meiner Freundin stellte eine riesige Herausforderung für sie da. Buchstabe für Buchstabe hangelte sie sich durch den Pass und wiederholte den Namen in allen möglichen und unmöglichen Varianten laut, während wir uns das Lachen nicht verkneifen konnten. Als wir dann Platz nahmen, führten wir ein lustiges Gespräch mit einem kleinen Jungen und seiner Mutter, die auch ganz angetan von uns waren. Der Kleine kannte sogar den FC Bayern München.

Schließlich kamen wir dran. Und uns erwartete ein richtiger Opi… Aber immerhin verfügte er über einen Laptop! Wobei er beim Datenaufnehmen, die ihm seine Sprechstundenhilfe diktierte, genau so große Probleme hatte wie sie. Zehnfingersystem war auch nicht so sein Ding, der ganze  Organisationskram dauerte länger als die folgende Untersuchung. vielleicht auch, weil wir dreimal durch private Anrufe des Arztes unterbrochen wurden, die natürlich angenommen werden mussten, oder die Sprechstundenhilfe einen Café servierte.

Die einzige Diagnose war dann: angeschwollene Schilddrüsen, weitere Untersuchungen notwendig! Das Ganze wirkte aber nicht sehr vertrauenserweckend; nachdem wir einige per Hand geschriebene Zettel in die Hand gedrückt bekommen hatten mit der Anweisung nächste Woche nochmal zu kommen, verabschiedete sich die Sprechstundenhilfe mit innigen Umarmungen und den besten Wünschen…

Diese Woche geht’s zu einem Deutschen Arzt…

 

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