Tomamos chicha :)

Heute waren wir zusammen mit den kolumbianischen Studenten von IBSA und vielen Intercambio-Studententen den ganzen Nachmittag im Barrio Candelaria unterwegs, also rund um die Uni.

Unter anderem haben wir Chicha probiert, eine Mischung aus Bier und Fruchtsaft. Gibt es in allen denkbaren Geschmacksrichtungen und schmeckt richtig gut. Danach waren wir – sehr kolumbanisch – in einem Irish Pub. Dort gibt es Bier in allen möglichen Sorten der Bogotá Beer Company (BBC). Auch sehr lecker!

Um nicht im Dunkeln nach Hause laufen zu müssen (da es für ein Taxi oder Uber wirklich zu kurz war), sind wir schon relativ früh heim, aber vielleicht ziehen wir jetzt doch nochmal los, die Chicha war einfach zu gut…

PS.: Das Lieblingswort der Kolumbianer ist „listo!“, was so ungefähr alles heißen kann: „passt!“, „verstanden?“, „okay.“…

 

Último día de la inducción

 

Jetzt ist es endlich geschafft, der letzte Orientierungstag ist rum. Heute ging’s ausnahmsweise erst um 10.00h los, dafür bekamen wir  nicht nur Infos speziell auf unsere Fakultät bezogen (ciencias de política, gobierno y relaciones internacionales), sondern mussten auch selber richtig produktiv sein. Wir haben in 6 kleinen Gruppen Filme zu bestimmten auf die Uni bezogenen Themen gemacht – unseres war „Internacionalización“ (und da sagt man, die Deutschen haben die längsten Worte) – die dann nächste Woche gezeigt werden. Ich hab viele nette Studenten kennengelernt, auch die beiden Deutschen aus Dresden. Nach Ende sind wir zusammen losgezogen, um Mittag zu essen, und nach nicht mal 5 Minuten im vegetarischen Restaurant „Loto Azul“ gelandet, das uns komplett umgehaun hat. Wir haben für knapp 3€ jede einen Preto (eine typisch  kolumbianische „Suppe“ aus Mais und Milch), eine Hauptspeise (4 versch. im Angebot), einen Salat – den wir selber zusammenstellen konnten -, eine Fruchtpampe und einen Saft bekommen. Und alles superlecker. Unglaublich.

Danach war ich mal wieder einkaufen. Diesmal hab ich kolumbianisches Obst besorgt: Lulu (der Verkäufer musste sehr lachen, als ich ihn über die deutsche Bedeutung des Wortes aufgeklärt hab) …

https://sc02.alicdn.com/kf/HTB1B4AjLpXXXXbhXVXXq6xXFXXXQ/Naranjilla-Lulo-Frozen-Pieces.jpg

…und Mango dulce (sieht aus wie eine Mini-Mango). Probiert hab ich sie allerdings noch nicht, da das Mittagessen wahrscheinlich für die nächste Woche reicht.

Außerdem hab ich festgstellt, dass es hier eigene MacPostres gibt (also McDonald’s nur für Nachspeisen).

 

Segundo día de la inducción

Heute war ich also auf dem Campus, auf dem meine Kurse stattfinden werden und ich bin mehr als beeindruckt. Im ganzen Gebäude hat man gemerkt, dass die regulären Studenten hohe Studiengebühren bezahlen müssen, um dort studieren zu dürfen… Das Gebäude an sich ist sehr alt, aber die Ausstattung hochmodern. Passau kann da leider keineswegs mithalten. Das Herz  ist der Patio mit Galerie drumherum, in dessen Mitte eine Statue des Gründers Cristóbal de Torres trohnt.

Zuerst erhielten wir Intercambio-Studenten einige sehr hilfreiche Infos zur Stadt, zum Studieren an sich und über die Dienste, die die Uni bietet. Darunter kostenlose medizinische Versorgung, zahlreiche Studentengruppen (von Tanzkursen über Musik-Gruppen bis hin zu Sportgruppen), Fitnessstudios auf jedem Campus, Ausflüge und und und… Eine folklorische Tanzguppe hat extra für uns einen volkstypischen Tanz aus der westlichen Narino aufgeführt.

Danach wurden wir durch die Gebäude geführt, darunter eine eigene Kirche, das hochmoderne Fitnesstudio, das Sprachenzentrum, ein Raum mit Kopierservice, Ladestationen für Handys, die mit Fahrradpedalen betrieben werden, Tischen mit Laptops, Tablets und PCs und die Bücherei.

Nach einem etwas aufwändigen Gruppenspiel, das den Sinn hatte, das Ausleihsystem der Bücher zu verstehen, aber nicht so ganz das Ziel erreicht hat, bekamen wir eine sogar Lunchbox von Subway…

Zum Schluss hab ich noch mit einer anderen Passauer Studentin meinen Studentenausweis machen lassen. Da gab es leider mal wieder ein Problem mit meiner Pass“nummer“, die nämlich nur aus Buchstaben besteht und mir bei der Einschreibung schon Probleme gemacht hat. Deshalb bekomme ich den erst am Montag. Hoffe ich…

 

 

Was sonst noch geschah…

Was sonst noch geschah…

  • Ich habe gelernt, dass die blauen Sitze im Bus für Behinderte, Alte oder Kinder sind. Auf die roten darf ich mich aber setzen 🙂
  • Die Wartezeiten im REWE sind nichts gegen die im Éxito. Dafür funktioniert meine Kreditkarte von DKB einwandfrei.
  • Ich habe beschlossen, das Wasser aus dem Wasserhahn doch nicht zu trinken. Ist zwar potable, aber schmeckt nach Chlor…
  • Mietvertrag ist unterschrieben
  • Mein HD-TV funktioniert nun auch
  • Ich erfuhr, dass Reis hier ein Grundnahrungsmittel ist (deshalb wohl auch die 3kg-Säcke an jeder Ecke im Supermarkt) und hab gleich mal von Paola (meiner Vermieterin) einen Kochkurs bekommen.
  • Ab heute muss ich Klopapier in den Müll und nicht ins Klo werfen.
  • Morgen bekomme ich meinen Studentenausweis. Und dafür brauch ich sogar meine Blutgruppe…

 

Meine Transmilenio-Jungfernfahrt…

Was „Transmilenio“ ist, fragt ihr euch? Das Bussystem von Bogotá. Hab grade nach einem passenden Adjektiv gesucht, aber konnte mich nicht für negativ oder positiv entscheiden… Einerseits ist es um einiges moderner und effektiver als die deutschen Systeme. Es funktioniert alles mit einer elektronischen Karte, die man einmalig für 5000 Pesos kauft und dann immer wieder mit Geld auflädt. Jedes Mal, wenn man eine Station betritt, scannt man die Karte ein und Geld wird abgebucht. Außerdem fahren die Busse auf extra Spuren und standen nie im Stau. Auch fahren sie im Minutentakt, also kein langes Warten. Eigentlich…

Heute Morgen hab ich mich extra um 5.00h aus dem Bett gequält, um um 5.40h den B74 ab der Station Las Aguas zu nehmen, zu der ich erstmal 20 min laufen musste. Dort angekommen war ich schon stolz, nach dem Passieren eines endlosen unterirdischen Ganges und eines fast genauso endlosen Bahnsteiges den Abfahrtsort in dem bunten Schilderdschungel meine Linie zu finden. Zum Glück hatte mir María, mein „Buddy“, alles genau erklärt.

Nachdem um 5.50h immer noch kein Bus kam, sprach ich einen ebenfalls wartenden Kerl an, der sich als Miguel herausstellte. Er musste mit der gleichen Linie fahren und wusste, dass sie erst ab 6.00h fährt… Also warteten wir weitere 10 min… und nochmal 10 min… aber nichts kam. In der Zwischenzeit unterhielten wir uns aber über Gott und die Welt. Unter anderem versuchte er mir, die Linienpläne zu erklären, wirklich verstanden hab ich das Chaos aber trotz zahlreichen Beispiele nicht. Er erzählte, er habe eine Bar in der Nähe, lud mich auf einen Kaffee ein (also irgendwann mal) und gab mir seine Nummer (Handynummer Nr. 2 – check!…) Außerdem wies er mich bestimmt daruf hin, ich solle in Zukunft nicht einfach irgendwelche unbekannten Leute ansprechen, sondern lieber die Sicherheitsleute oder Ticketverkäufer fragen…

Nachdem wir also eine halbe Ewigkeit gewartet hatten und noch länger hätten warten müssen, schlug er vor, einen anderen Bus zu nehmen. Wir müssten einmal umsteigen, um zu der Station Calle 100 zu kommen, wo ich mich mit María treffen wollte. Und so fuhr er extra mit mir mit bis zu meiner Station, obwohl er eine andere für ihn passende Linie hätte nehmen können und eigentlich pünktlich ankommen musste, um Leute von seiner Arbeit zu treffen. Er wollte sogar mit aussteigen, um sicherzugehen, dass ich María fand, aber ich konnte ihn schließlich überzeugen, dass ich das schon alleine schaffte.

Die fand ich dann schließlich auch und wir kamen eine Stunde später als beabsichtigt an, nachdem wir weitere Tunnel und Gänge passiert, einen anderen Transmilenio und schließlich noch einen Universitätsbus bin zur Sede Norte genommen hatten.

El primer día de la inducción

Am Campus hatten sie ein riesiges weißes Zelt aufgebaut, in dem die über 1000 Erstsemester und eine Bühne Platz fanden. Auf der Bühne hielt zuerst der Rektor José Manuel Restrepo Abondano (ja, ich musst den Namen grade googlen, José x x x blieb in meinem Kopf) eine Lobeshymne über die Uni und die Studenten, die als Beste der Bewerber ausgewählt worden sind und allen Grund hätten, stolz zu sein. Danach sprach die Vizepräsidentin und zum Schluss ein Mann, von dem keiner genau wusste, ob er ein Komiker oder ein Prof war. Danach wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt, spielten Kennenlern- und Teamspiele und wurden dann noch auf einige Hochschulgruppen aufmerksam gemacht. Ich hab mich sehr wohl gefühlt, alle Leute, ob Studenten oder Angestellte sind super hilfsbereit und lieb, der Campus schaut eher aus wie ein Park mit ein paar Gebäuden drauf umgeben von Bergen (auf dem Gelände weiden sogar Kühe) und alles ist perfekt gepflegt. Auch die Studenten alle in einer Art Uniform, außer die Medizinstudenten – die sind in blauen OP-Schlafanzügen rumgelaufen. Die Armen müssen das an jedem einzelnen Unitag tragen haha…

Ich hab die anderen der Uni Passau getroffen und viele andere Austauschstudenten kennengelernt, von denen jeder zweite aus Frankreich ist.

Auf der Rückfahrt mit dem Transmilenio war ich dann ohne María unterwegs, da sie noch länger bleiben musste. Hat aber alles geklappt und außerdem gab es ein Konzert im Bus:

Morgen geht’s Gott sei Dank zur Sede Claustro, da kann ich zu Fuß hinlaufen.

PS.: Ich hab mir einen ziemlichen Sonnenbrand eingefangen, sogar auf den Handrücken…

Paseo por la noche

Ich könnte stundenlang durch die Stadt laufen und immer wieder neue Sachen entdecken. Vor allem ist es draußen grade tatsächlich wärmer als in meinem Zimmer… 16° sind bisschen wenig und Heizung gibt es leider nicht. Aber es wird ja erst noch Sommer (obwohl der nicht viel wärmer sein wird).

Ein Glück ist das kühle Klima aber für die Polizisten in dicken Schutzwesten und voller Montur… Als ich vorhin zur Transmilenio-Station Las Aguas gelaufen bin, kam ich an einer besonders farbenfrohen Truppe vorbei. Sogar die Motorräder neongelb. Die sieht man dann auch im Dunkeln einwandfrei.

Was man nicht so gut sieht, sind allerdings die Mülllöcher im Boden. Ja, genau, einfach Mitten im Gehweg Löcher, die mit Müll befüllt sind und sich als hinterhältige Stolperfallen entpuppten…

Die Supermärkte bzw Geschäfte im Allgemeinen dagegen sind der Wahnsinn. Die haben auf bis in die Puppen. Und das auch Sonntags. Deutschland, schneid‘ dir mal ne Scheibe ab…

Ich hab grade noch mein Bett umgedreht, jetzt schaut der Raum viel größer aus, es wird langsam wohnlich 🙂

Der Jetlag verflüchtigt sich auch langsam und ich sehe es sogar etwas positiv, denn ich bin immer wahnsinnig früh wach. Vielleicht ist mir das Morgen, wenn um 5.00h der Wecker klingelt, eine Hilfe… Ja, richtig gelesen… Um 7.00h werden wir am Campus Sede Norte zum ersten Día de Inducción erwartet. Und das ist mit dem Bus gut 1,5h weg von hier… Ich werde um 5.40h in Las Aguas einsteigen und mich um 6.15h mit Alejandra an der Station Calle 100 treffen. Sie ist eine Studentin meiner Uni und Mitglied von IBSA (eine Gruppe, die sich um die internationalen Studenten kümmert) und wurde mir als „Mentorin“ vermittelt. Sie hat mir schon wahnsinnig geholfen und morgen werde ich sie kennenlernen.

PS.: Heute hat mir zum ersten Mal ein Kerl „Hola, linda“ nachgerufen, mal schaun, wie oft das passiert haha 🙂