Letztes Mal gab’s zur Abwechslung etwas Anschauungsunterricht:

blog acerca de mi tiempo en Colombia
Ich werde jetzt tatsächlich jeden Mittwoch und Freitag 3 Stunden Salsa tanzen. Bzw. es versuchen… Klappt aber besser als ich es mir zugetraut hätte. Momentan ist es noch eher Basisschritte lernen, jeder für sich, aber in 2 Wochen lernen wir eine Choreographie in Pärchen, wenn wir das richtig verstanden haben. Was ich mich allerdings frage, ist, warum die Kolumbianer den Kurs überhaupt machen. Die können das nämlich eigtentlich wirklich schon alle perfekt… Vielleicht tun sie sich das aber auch für den Credit an, den man dafür kriegt 🙂 und Spaß machen tut’s sowieso.
Basado en hechos reales…
Was heute geschah:
So viel dazu. Morgen fang ich nen Salsakurs an und am Samstag gehts um 6 morgens auf nach Villa de Leyva, unter anderem zum festival de las cometas. Wahrscheinlich komm ich erst nächste Woche dazu, was zu schreiben, also keine Sorgen machen, bin nur unterwegs 🙂
Heute ging es weiter mit der Stundenplanbastelei. Nachdem ich definitiv 20ECTS in Deutschland brauche und mein Portugiesischkurs gestrichen wurde, musste ich mir einen Ersatz suchen. Nach mehrmaligen Hin- und Hergeschickt-Werden heute zu allen möglichen Instanzen war klar: Die Kurse, die mich interessiert hätten, werden nicht angeboten, passen nicht in meinen Stundenplan oder haben zu wenig Punkte… Nunja, die Konsequenz: Ich lerne jetzt Russisch. Auf Spanisch. Hört sich kompliziert an, ist es auch. Aber lustig trotzdem. Mal schaun, wie das klappt. Das Alphabeth allein ist schon eine Herausforderung…
Neben Russisch hatte ich heute noch 2 andere Fächer: „América Latina y el Caribe“ die zweite und „América Latina – Sentir para crear“. Ersteres bestand diesmal aus Gruppenarbeit und die drehte sich um die Frage: Was macht die Identität Lateinamerikas aus? Zweiteres wird von einer jungen, engagierten und sehr sympathischen Dozentin gegeben. Zu Beginn hieß es erstmal: Male eine Karte von Lateinamerika mitsamt Länder- und Hauptstadtnamen… Ich war gar nicht so schlecht. Im Laufe des Semesters werden wir uns mit lateinamerikanischer Literatur, Filmen, Musik, Geschichte und und und befassen, und das alles auf sehr aktive Weise. Nichts mit Zurücklehnen und Berieselnlassen!
Nach der Uni hab ich einer Freundin beim Umzug geholfen. Wir dachten, wir sind schlau und bestellen einen Uber, haben aber leider nicht mit dem Festival de la luz gerechnet. Straßensperren, Stau, 2 Fast-Unfälle und jede Menge Abgase in unsren Nasen – das waren die Konsequenzen… Aber nach knapp einer Stunde geschafft.
Morgen gehts ins Museo del Oro und Abends zur Chiva Rumbera. Eine Party auf einem Bus, der uns nach Chía bringt und dann hoffentich wieder heil nach Hause hehe.
Buenas noches!
Heute wirds kurz, ich bin ziemlich erledigt… Zuerst haben wir uns mit den für uns Intercambioleuten zuständigen der Uni getroffen, um unsere Stundenpläne zu besprechen und gegebenfalls zu ändern, was sich als recht komplizierte Angelegenheit herausgestellt hat. Einige Kurse wurden wegen zu wenigen Teilnehmern gestrichen (wie auch mein Portugiesischkurs), von anderen wurden uns auf Grund des Schwierigkeitsgrades abgeraten. Und das hat wieder alles umgeschmissen… Also neue Bastelei, da jeder Kurs zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Campi der Uni stattfindet… kompliziert, kompliziert… Und er steht bei mir leider immer noch nicht.
Um 9.00 hatte ich dann meinen ersten Kurs: América Latina y el Caribe. Der Dozent sehr sympatisch, motiviert, und bemüht, uns Ausländern langsam genug zu reden. Er stellte gleich klar, dass die Kurse hier anders laufen als in Deutschland: Anwesend sein, mitarbeiten, Präsentationen, Projekte Abfragen… Im Anschluss legte er gleich mal mit einem Quiz los. Welches leider sehr ernüchternd für uns ausfiel. Wisst ihr, wie Bolivien mit ganzem Namen heißt? Was ist Mercosur? Wir gringos bekamen auch am Ende noch eine Einführung in moodle verpasst, die Online-Plattform, über die hier alles läuft (Lernstoff, Lektüren, Quizes etc.)
Danach Weiterbasteln am Stundenplan, unter anderem haben wir mit einem supersympatischen Soziologie-Prof geredet und ihn zum Inhalt einiger Fächer befragt. Mittags hab ich dann von Joza (auch aus Passau) ein anderes vegetarisches Restaurant gezeigt bekommen. Wieder mal Peto (Mais-Milch-Suppe) und Falaffel. Sehr lecker.
Und danach wir beide zu mir nach Hause, weitergebastelt… Um 5 haben wir uns dann einen zweiten Kurs angeschaut – Democratización y búsqueda de la paz – der Dozent jung und engagiert, nur leider zu motiviert im Redefluss und das Fach sehr politiklastig. Außerdem war es draußen schon dunkel, zu spät für mein Gehirn. Den Kurs werd ich also leider streichen.
Im Anschluss war ich mit Joza erstmal Frustshoppen und Frust-Crepe-Essen, da wir superfertig und von dem ganzen Stundenplanchaos mega genervt waren… oder immer noch sind.
Joa, morgen hab ich frei, aber trotzdem genug zu erledigen, und ich hoffe, endlich mal wieder laufen gehen zu können!!
Ach ja, und Granada (grüner Granatapfel) hab ich probiert. Superlecker, wenn auch kompliziert zu essen. Könnte man mit Weißwurstauszutzeln vergleichen.
Jetzt ist es endlich geschafft, der letzte Orientierungstag ist rum. Heute ging’s ausnahmsweise erst um 10.00h los, dafür bekamen wir nicht nur Infos speziell auf unsere Fakultät bezogen (ciencias de política, gobierno y relaciones internacionales), sondern mussten auch selber richtig produktiv sein. Wir haben in 6 kleinen Gruppen Filme zu bestimmten auf die Uni bezogenen Themen gemacht – unseres war „Internacionalización“ (und da sagt man, die Deutschen haben die längsten Worte) – die dann nächste Woche gezeigt werden. Ich hab viele nette Studenten kennengelernt, auch die beiden Deutschen aus Dresden. Nach Ende sind wir zusammen losgezogen, um Mittag zu essen, und nach nicht mal 5 Minuten im vegetarischen Restaurant „Loto Azul“ gelandet, das uns komplett umgehaun hat. Wir haben für knapp 3€ jede einen Preto (eine typisch kolumbianische „Suppe“ aus Mais und Milch), eine Hauptspeise (4 versch. im Angebot), einen Salat – den wir selber zusammenstellen konnten -, eine Fruchtpampe und einen Saft bekommen. Und alles superlecker. Unglaublich.
Danach war ich mal wieder einkaufen. Diesmal hab ich kolumbianisches Obst besorgt: Lulu (der Verkäufer musste sehr lachen, als ich ihn über die deutsche Bedeutung des Wortes aufgeklärt hab) …

…und Mango dulce (sieht aus wie eine Mini-Mango). Probiert hab ich sie allerdings noch nicht, da das Mittagessen wahrscheinlich für die nächste Woche reicht.
Außerdem hab ich festgstellt, dass es hier eigene MacPostres gibt (also McDonald’s nur für Nachspeisen).
Heute war ich also auf dem Campus, auf dem meine Kurse stattfinden werden und ich bin mehr als beeindruckt. Im ganzen Gebäude hat man gemerkt, dass die regulären Studenten hohe Studiengebühren bezahlen müssen, um dort studieren zu dürfen… Das Gebäude an sich ist sehr alt, aber die Ausstattung hochmodern. Passau kann da leider keineswegs mithalten. Das Herz ist der Patio mit Galerie drumherum, in dessen Mitte eine Statue des Gründers Cristóbal de Torres trohnt.
Zuerst erhielten wir Intercambio-Studenten einige sehr hilfreiche Infos zur Stadt, zum Studieren an sich und über die Dienste, die die Uni bietet. Darunter kostenlose medizinische Versorgung, zahlreiche Studentengruppen (von Tanzkursen über Musik-Gruppen bis hin zu Sportgruppen), Fitnessstudios auf jedem Campus, Ausflüge und und und… Eine folklorische Tanzguppe hat extra für uns einen volkstypischen Tanz aus der westlichen Narino aufgeführt.
Danach wurden wir durch die Gebäude geführt, darunter eine eigene Kirche, das hochmoderne Fitnesstudio, das Sprachenzentrum, ein Raum mit Kopierservice, Ladestationen für Handys, die mit Fahrradpedalen betrieben werden, Tischen mit Laptops, Tablets und PCs und die Bücherei.
Nach einem etwas aufwändigen Gruppenspiel, das den Sinn hatte, das Ausleihsystem der Bücher zu verstehen, aber nicht so ganz das Ziel erreicht hat, bekamen wir eine sogar Lunchbox von Subway…
Zum Schluss hab ich noch mit einer anderen Passauer Studentin meinen Studentenausweis machen lassen. Da gab es leider mal wieder ein Problem mit meiner Pass“nummer“, die nämlich nur aus Buchstaben besteht und mir bei der Einschreibung schon Probleme gemacht hat. Deshalb bekomme ich den erst am Montag. Hoffe ich…
Am Campus hatten sie ein riesiges weißes Zelt aufgebaut, in dem die über 1000 Erstsemester und eine Bühne Platz fanden. Auf der Bühne hielt zuerst der Rektor José Manuel Restrepo Abondano (ja, ich musst den Namen grade googlen, José x x x blieb in meinem Kopf) eine Lobeshymne über die Uni und die Studenten, die als Beste der Bewerber ausgewählt worden sind und allen Grund hätten, stolz zu sein. Danach sprach die Vizepräsidentin und zum Schluss ein Mann, von dem keiner genau wusste, ob er ein Komiker oder ein Prof war. Danach wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt, spielten Kennenlern- und Teamspiele und wurden dann noch auf einige Hochschulgruppen aufmerksam gemacht. Ich hab mich sehr wohl gefühlt, alle Leute, ob Studenten oder Angestellte sind super hilfsbereit und lieb, der Campus schaut eher aus wie ein Park mit ein paar Gebäuden drauf umgeben von Bergen (auf dem Gelände weiden sogar Kühe) und alles ist perfekt gepflegt. Auch die Studenten alle in einer Art Uniform, außer die Medizinstudenten – die sind in blauen OP-Schlafanzügen rumgelaufen. Die Armen müssen das an jedem einzelnen Unitag tragen haha…
Ich hab die anderen der Uni Passau getroffen und viele andere Austauschstudenten kennengelernt, von denen jeder zweite aus Frankreich ist.
Auf der Rückfahrt mit dem Transmilenio war ich dann ohne María unterwegs, da sie noch länger bleiben musste. Hat aber alles geklappt und außerdem gab es ein Konzert im Bus:
Morgen geht’s Gott sei Dank zur Sede Claustro, da kann ich zu Fuß hinlaufen.
PS.: Ich hab mir einen ziemlichen Sonnenbrand eingefangen, sogar auf den Handrücken…