Anécdota…

Heute hatte ich eine wichtige Erkenntnis… Die Story dahinter: Mehrere Einkäufe im „Panamericana“, einem Elektro-/Schreibwarenladen. Ich war dort jetzt bestimmt schon 6 mal. Und immer haben sie mich an der Kasse nach meiner „número de celular“ gefragt. Und ich immer: „No tengo“, warum sollte ich denen auch meine Handynummer geben, um dann vollgespamt zu werden?! Hab mich immer gefragt, warum die Kolumbianer das so bereitwillig preisgeben…

Naja, heute habe ich denen dann doch mein Handy unter die Nase gehalten, da ich meine kolumbianische Nummer noch nicht auswendig weiß (ok, meine deutsche auch nicht) und nachdem die Kassiererin ziemlich seltsam gekuckt hat, is mir ein Licht aufgegangen. Die sagen nicht „celular“, sondern „cédula“, also Ausweisnummer… Und niemand dort hat sich je gewundert, warum ich keinen Ausweis habe.

Wieso genau sie das immer wissen wollen, weiß ich nicht, wird aber ausführlich Thema in einem der Kurse, vielleicht kann ich das dann nachvollziehen. Aber ziemlich bescheuert, die Geschichte. Die Verkäuferin musste sich glaub ich das Lachen etwas verkneifen…

 

Horrortrip zum Baumarkt

Nachdem wir gestern in einer Bar namens „Treffen“ den Geburtstag einer Passauer Mitstudentin gefeiert haben, samt Karaoke, Brettspielen, Tanzunterricht (Warum können die das hier alle so geil?!) und Sprachkurs (marica – heißt eigtl. schwul, wird aber in allen möglichen anderen Zusammenhängen verwendet; chévere – cool; …), und es ziemlich spät wurde, kam ich heute auch dementprechend spät aus dem Bett. Trotzdem hab ich mit Joza den Tag genutzt, da alle Geschäfte hier wie gesagt auch an Sonntagen geöffnet sind. Eigentlich sollte das nicht mehr als 2 Stunden in Anspruch nehmen, leider wurde aber tatsächlich der ganze Tag draus… Und das, weil wir erstens ewig auf den Bus gewartet haben, der uns zu einer Art kolumbianischen Ikea bringen sollte. Als wir dann drin waren und den Halteknopf vor unserer Haltestelle gedrückt haben, hat der Busfahrer uns einfach ignoriert und gleich mal 2 weitere Haltestellen überfahren, bis wir ihm dann persönlich mitgeteilt haben, dass wir gerne raus wollen… naja, also dann zu Fuß den Weg zurück, um dann dort nach endlosem Fragen festzustellen, dass die Adresse zwar gestimmt hat, aber sie in einer anderen Stadt lag… Ganz toll. Also Uber gebucht und uns persönlich hinbringen lassen. Der Baumarkt/ Ikea war einfach riesig, es hat sich also doch gelohnt… Bin jetzt stolze Besitzerin einer Zimmerpflanze, Haken für Jacken, eines Nachttischs und anderer Kleinigkeiten. Und jetzt komm ich hoffentlich endlich mal dazu, etwas für die Uni zu tun.

PS.: Gestern habe ich  eine Passauer Studentin im Supermarkt getroffen, die hier letztes Semester war und am Dienstag nach Peru weiterreist. Vollkommen verrückter Zufall…

Museo del Oro

Für knapp über einen Euro haben wir uns heute in einem supermodernen Museum die Geschichte des Goldes, vor allem in Lateinamerika angeschaut. Leider waren die Erklärungen nicht sehr ausführlich, weshalb nicht viel mehr hängen geblieben ist, als dass schon 2000 v.Chr. Gold genutzt wurde, v.a. für religiöse und dekorative Zwecke, und dass sich die Geschichte von den Indigenen über die Kolonialisten bis heute hinzieht. Und schön anzusehen war es allemal.

Update

Und hier ein paar weitere Fakten:

  • Es gibt wirklich geniales Obst hier. Hab gerade die Mango dulce gegessen und die ist einfach perfekt. Genau die richtige Größe und super süß! Und die Guayaba (nicht zu verwechseln mit Guanábana) ist auch echt gut, ein bisschen viele Kerne (die man beim besten Willen nicht zerbeißen kann), aber sehr lecker!

  • Es gibt Arepa aus verschiedenen Maissorten, die dann auch Farbe und Geschmack bestimmen. Eher gelblich oder weiß, mehr oder weniger süß…
  • Die Kolumbianer LIEBEN Spitznamen. Ich wurde zu Sophi.
  • Schaut euch das Bild mal genau an:

Ladestationen mitten in der Stadt mit freiem WLan. Undenkbar in Deutschland…

  • Da es üblich ist, Sim-Karten ohne Anrufe, also nur mit Daten zu kaufen, rennen in der Stadt Menschen rum, die Handys für einige Minuten zum Telefonieren vermieten.
  • „No dar papaya“ ist einer der Lieblingssprüche der Kolumbianer. Das heißt so viel wie „Anderen keine Gelegenheit bieten, einen auszurauben/ auszunutzen etc.“
  • Hab mir einen Föhn gekauft… für 35€… Gibts hier nur in Fachläden oder auf dem Flohmarkt.

El mercado de Usaquén

Nach der „Wanderung“ sind wir dann noch auf dem Markt in Usaquén gewesen. Es ist ein barrio (Stadtviertel) im Norden Bogotás und, um dort hinzukommen, habe ich die erste Uber-Fahrt meines Lebens gemacht. Wer das nicht kennt, fragt Google, ist genial 🙂

Auf dem Markt kann man alles kaufen, was man sich vorstellen kann. Vor allem Handgemachtes: Deko, Schmuck, Honig, Kuchen, Nützliches… und Ameisen. Jawohl, gebratene Ameisen in Plastiktüten. Die wurden dann Opfer eines typisch kolumbianischen Trinkspiels, dass wir – natürlich ohne Alkohol – in einem Kaffe erklärt bekamen. Und der Verlierer durfte … die Ameisen verköstigen. Auch, wenn diese von einigen Indigenen hier wohl wirklich mit Genuss verzehrt werden, uns haben sie nicht zugesagt…

Carnaval de Bogotá

Also, wenn so etwas wie Reizüberflutung existiert, dann  bin ich davon jetzt definitiv betroffen! Ich komme nämlich gerade vom Karneval, mit dem die Bogotaner jedes Jahr am 6./ 7. August den Geburtstag ihrer Stadt feiern. Und zwar mit einem Meer aus Farben, Klängen und Gerüchen… Ich war zusammen mit 2 Deutschen aus Dresden unterwegs und wir waren alle geflasht von der Atmosphäre. Es gab einen riesigen Umzug durch die Straßen im Zentrum der Stadt und alle möglichen Straßenkünstler, Musiker, Maler, Fresstände und und und drumherum. Der Umzug bestand aus einzelnen Gruppen mit verschiedenen Themen, jede mit eigener Trommler-/ Blasintrumentengruppe. Allgegenwärtig aufwändige Konstüme in allen Farben, zu denen auch extrem hohe Stelzen gehörten, komplizierte, einstudierte Choreographien und aufwändige Visage. Und drumherum: Menschen, unendlich viele Menschen, junge, alte, arme, reiche, alles vertreten. Und alle angesteckt von der guten Stimmung. In der Luft mischt sich der Duft von Zuckerwatte mit dem Gestank von Urin (sorry).

Und auch Teil des Umzugs: Gruppen von Polizisten. Nebenher fand auch eine Art Militärparade statt.

 

Ansonsten ist unsre WG jetzt vollständig. Heute kamen noch 3 kolumbianische Mädelns an, María, Luisa, und eine, die ich noch nicht kennengelernt habe. Und Karen und Juan (aus Venezuela) sind ja schon vor mir dagewesen.

Ich hab heute morgen die Lulu probiert und muss leider sagen, dass das nicht so ganz nach meinem Geschmack war. Man kann sie essen wie Kiwi: Halbieren und auslöffeln, aber sie war einfach nur sauer! Obwohl schon reif… Außerdem hab ich jede kleine Wunde in meinem Mund gemerkt, da das einfach nur gebrannt hat. Wenigstens versteh ich jetzt, warum man das hier eigentlich nur als Saft genießt.

Der Buñuelo, den ich heute probiert hab, war dafür ziemlich gut. Ein runder Teigknödel mit Käse drin, sehr zu empfehlen.

Vor dem Karneval waren wir noch auf einem Flohmarkt, ich hab überlegt, mir einen Föhn zu kaufen, aber ob der dann auch funktioniert war eine andere Frage…

Ach ja, und was mich heute auch sehr amüsiert hat: Polizisten auf Segways. Ganz im Stil von „Der Kaufhauscop“.

Tomamos chicha :)

Heute waren wir zusammen mit den kolumbianischen Studenten von IBSA und vielen Intercambio-Studententen den ganzen Nachmittag im Barrio Candelaria unterwegs, also rund um die Uni.

Unter anderem haben wir Chicha probiert, eine Mischung aus Bier und Fruchtsaft. Gibt es in allen denkbaren Geschmacksrichtungen und schmeckt richtig gut. Danach waren wir – sehr kolumbanisch – in einem Irish Pub. Dort gibt es Bier in allen möglichen Sorten der Bogotá Beer Company (BBC). Auch sehr lecker!

Um nicht im Dunkeln nach Hause laufen zu müssen (da es für ein Taxi oder Uber wirklich zu kurz war), sind wir schon relativ früh heim, aber vielleicht ziehen wir jetzt doch nochmal los, die Chicha war einfach zu gut…

PS.: Das Lieblingswort der Kolumbianer ist „listo!“, was so ungefähr alles heißen kann: „passt!“, „verstanden?“, „okay.“…