Weil meine Gemeinde angeordnet hat, den Diebstahl meines Ausweises anzuzeigen, bin ich heute mit einer Freundin bei der kolumbianischen Polizei aufgekreuzt. Zuerst haben sie uns, nachdem wir nach ewigem Suchen und Fragerei stolz waren, die Polizeistation gefunden zu haben, wieder weggeschickt, „Anzeigen erst ab 2pm“, wir waren um 1 da… also erstmal Frustshoppen im Souvenirladen der Uni, bin jetzt stolze Besitzerin eines Rosarista-Pullis…
Als wir dann später nochmal antanzten, warteten bereits ein Kolumbianer und ein Koreaner vor uns darauf, an die Reihe zu kommen, wir dachten: Cool, das wird schnell gehen… nichts wars… wir warteten 1,5 Stunden, beobachteten dabei ca. 10 Polizisten, deren scheinbar einzige Arbeit war, beschäftigt auszusehen, während sie tatsächlich nichts zu tun hatten, sowie 2 junge Typen in Handschellen. Als wir endlich drankamen, meinte der Polizist, es sei besser, die beiden Anzeigen als eine einzige aufzunehmen, wahrscheinlich dauerte ihm das auch alles zu lang, also wurden mal schnell die Tatsachen verdreht und der Diebstahl meines Handys mit auf die Nacht im Club am Donnerstag gelegt. Mir war das egal, es besteht eh keine Hoffnung auf einen Fund meiner Sachen. Aber wäre das in Deutschland auch passiert?? Während der Aufnahme meiner Daten wurde immer wieder privates Whatsapp gecheckt. Außerdem bereitete die Tatsache, dass meine Passnummer nur aus Buchstaben besteht, große Schwierigkeiten, weshalb einfach eine andere Nummer auf dem Dokument verwendet wurde. Meine Angaben auf Word wurden dafür umso schöner formatiert…
Als wir endlich fertig waren und die Station verließen, bedachte uns einer der unterbeschäftigten Polizisten noch mit zahlreichen Komplimenten… Danke, wäre nicht nötig gewesen…

Liebes Phichen, schön dass du bei allen Widrigkeiten deinen Humor nicht verloren hast deine Schilderungen waren wieder herzerfrischend❤
<3