Villa de Leyva – kam alles etwas anders als erwartet…

… und nicht unbedingt auf positive Art und Weise leider. Am Freitag haben wir uns schon um 6.45 Uhr morgens getroffen, um mittags in Villa de Leyva zu sein. Es ist ein Ort im Kolonialstil und bekannt für das Festival de Cometas (Drachenfestival, also diese fliegenden Dinger aus Plastik/ Papier, keine Tiere 🙂 ) Die Fahrt dauert so 3,5h, wir haben aber noch Halt an der Puente de Boyacá gemacht, der Ort hat im Unabhängigkeitskrieg eine wichtige Rolle gespielt. Wen’s interessiert: Wikipedia

Kurz bevor wir ankamen, erwartete uns die erste negative Überraschung: eine Polizeikontrolle. Samt Hund, der unseren Bus auf Drogen durchsuchte. Und tatsächlich waren ein paar Rucksäcke auffällig, die dann draußen sorgfältigst ausgepackt und durchsucht wurden. Und niemand anderer als einer der Organisatoren der Reise (IBSA hatte über eine Organisation gebucht) hatte ein paar Päckchen Gras und Tabletten dabei, was sie natürlich fanden. Riesenpech, denn eigentlich sind Kontrollen nicht an der Tagesordnung. Naja, für ihn war die Fahrt dann erstmal beendet. 2 Stunden später stand er dann aber doch wieder am Zeltplatz, wo wir inzwischen versuchten, alle Zelte unterzubringen, und meinte, die Sache ließ sich mit einer entsprechenden Geldmenge regeln…

Der Garten, in dem wir alle unterkommen sollten, war tatsächlich zu klein für alle, weshalb 8 von unsrer 50-Leute-Gruppe, darunter auch ich, auf einen andern Ort umsiedeln mussten. Wir hatten aber eigentlich Glück, denn er stellte sich als deutlich sauberer raus. Eigentlich war für den Nachmittag ein Ausflug zu den Pozos azules geplant (https://www.villadeleyva.in/blog/pozos-azules-de-villa-de-leyva/), während wir aber in der Stadt zum Essen unterwegs waren, fing es an zu regnen. Bzw. zu schütten, unglaublich. Wir saßen in einem Restaurant fest und warteten eine Stunde, doch es hörte nicht auf. Schließlich kauften wir einen Schirm und traten den Rückweg an, über Sturzbäche, die sich auf den Straßen gebildet hatten… Letzten Endes entschieden wir, den Ausflug auf Montag zu verschieben. Wofür war ich nochmal um 5 aufgestanden? Der Abend wurde dafür super chévere, wir landeten in einer Bar mit Blick auf den Plaza Mayor und live Musik und danach in einem ziemlich coolen Club.

Trotz Riesenmüdigkeit schlief ich ziemlich schlecht, es war hart, laut und eng im Zelt. Und am Morgen wachte ich mit einer Mordserkältung auf, hatte es schon kommen gefühlt… Leider hat das den Sonn- und Montag ziemlich anstrengend gemacht. Und zu allem Überfluss war die Dusche eiskalt.

Der geplante Ausflug zu den Wasserfällen von La Periquera fiel auch aus, da der Park unerwartet geschlossen war. Dafür ging’s in den Naturpark Mayoral, wo wir eine Wanderung durch die wunderschöne Landschaft gemacht haben, im Amazonas in Miniausgabe baden konnten uuuund auf Büffeln geritten sind. Nachmittags haben wir dann das Festival de Cometas angeschaut, es war aber nicht so spektakulär wie erwartet. Obwohl die unzähligen Drachen in allen Formen und Farben, die den Himmel füllten, sehr schön aussahen. In unterschiedlichen Kategorien stiegen sie am Plaza Mayor in den Himmel und die Menschenmassen, die das Spektakel ansahen, waren unglaublich.

Am Abend habe ich viele neue Leute kennengelernt und ich muss sagen, ich liebe die Kolumbianer mehr und mehr. Alles unglaublich liebe, offene und lustige Menschen.

Am Sonntag wurden wir um 6 von Reggaeton geweckt, der den ganzen Zeltplatz beschallte und uns nicht mehr schlafen ließ. Auch der genervte Schrei meiner französischen Zeltpartnerin „Baja la música, maricón!“ half nicht… Wir holten den Ausflug zu den Pozos azules nach, auch wunderschön, türkisblaue Seen inmitten einer wüstenartigen Landschaft. Danach waren wir auf einem Weingut, eine echte Besonderheit in Kolumbien, da der Boden und das Klima hier eigentlich keinen Weinanbau zulassen. Laut meiner Freunde war der Wein wohl nicht so gut, ich hab leider auf Grund meiner Erkältung nichts geschmeckt. Nachmittags fiel dann das Reiten flach, auf das ich mich so gefreut hatte, da wir keine Zeit mehr hatten… Dafür bekamen wir aber nach dem Zeltabbau ein Privatkonzert von einer Gruppe Kolumbianer, die dort spontan sangen und musizierten.

Um 11.30 war ich dann endlich daheim und weiß mein Bett jetzt so richtig zu schätzen!

Weitere Fotos folgen morgen, bekomme ich noch 🙂

PS.: Die Straßen hier sind schrecklich, wenn sie nicht geteert sind. Und noch schrecklicher, wenn man einen Busfahrer hat, der ohne Rücksicht auf Verluste über alle Huckel rast…

 

 

 

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