Was „Transmilenio“ ist, fragt ihr euch? Das Bussystem von Bogotá. Hab grade nach einem passenden Adjektiv gesucht, aber konnte mich nicht für negativ oder positiv entscheiden… Einerseits ist es um einiges moderner und effektiver als die deutschen Systeme. Es funktioniert alles mit einer elektronischen Karte, die man einmalig für 5000 Pesos kauft und dann immer wieder mit Geld auflädt. Jedes Mal, wenn man eine Station betritt, scannt man die Karte ein und Geld wird abgebucht. Außerdem fahren die Busse auf extra Spuren und standen nie im Stau. Auch fahren sie im Minutentakt, also kein langes Warten. Eigentlich…
Heute Morgen hab ich mich extra um 5.00h aus dem Bett gequält, um um 5.40h den B74 ab der Station Las Aguas zu nehmen, zu der ich erstmal 20 min laufen musste. Dort angekommen war ich schon stolz, nach dem Passieren eines endlosen unterirdischen Ganges und eines fast genauso endlosen Bahnsteiges den Abfahrtsort in dem bunten Schilderdschungel meine Linie zu finden. Zum Glück hatte mir María, mein „Buddy“, alles genau erklärt.
Nachdem um 5.50h immer noch kein Bus kam, sprach ich einen ebenfalls wartenden Kerl an, der sich als Miguel herausstellte. Er musste mit der gleichen Linie fahren und wusste, dass sie erst ab 6.00h fährt… Also warteten wir weitere 10 min… und nochmal 10 min… aber nichts kam. In der Zwischenzeit unterhielten wir uns aber über Gott und die Welt. Unter anderem versuchte er mir, die Linienpläne zu erklären, wirklich verstanden hab ich das Chaos aber trotz zahlreichen Beispiele nicht. Er erzählte, er habe eine Bar in der Nähe, lud mich auf einen Kaffee ein (also irgendwann mal) und gab mir seine Nummer (Handynummer Nr. 2 – check!…) Außerdem wies er mich bestimmt daruf hin, ich solle in Zukunft nicht einfach irgendwelche unbekannten Leute ansprechen, sondern lieber die Sicherheitsleute oder Ticketverkäufer fragen…
Nachdem wir also eine halbe Ewigkeit gewartet hatten und noch länger hätten warten müssen, schlug er vor, einen anderen Bus zu nehmen. Wir müssten einmal umsteigen, um zu der Station Calle 100 zu kommen, wo ich mich mit María treffen wollte. Und so fuhr er extra mit mir mit bis zu meiner Station, obwohl er eine andere für ihn passende Linie hätte nehmen können und eigentlich pünktlich ankommen musste, um Leute von seiner Arbeit zu treffen. Er wollte sogar mit aussteigen, um sicherzugehen, dass ich María fand, aber ich konnte ihn schließlich überzeugen, dass ich das schon alleine schaffte.
Die fand ich dann schließlich auch und wir kamen eine Stunde später als beabsichtigt an, nachdem wir weitere Tunnel und Gänge passiert, einen anderen Transmilenio und schließlich noch einen Universitätsbus bin zur Sede Norte genommen hatten.



