Ein Licht am Ende des Tunnels…

Haben heute unser erstes Russisch-Parcial rausbekommen, „unser“, weil es Partnerarbeit war, sowas gibt’s auch nur in Kolumbien haha. Und überhaupt is die Atmosphäre bei den Tests hier eine etwas andere; Profs, die für 5 Minuten zum Telefonieren vor die Tür verschwinden inklusive.

Naja, trotz alledem kommt man dem Lernen nicht aus, vor allem in Russisch. Die Kolumbianer scheinen das noch nicht so ganz begriffen zu haben, denn zu Nadines und meinem Stolz haben wir die beste Arbeit abgeliefert (5,0 wäre 1,0 in Deutschland) und mussten uns bei der enttäuschten Ansprache der übrigen Studenten unrer Lehrerin nicht angesprochen fühlen… Jetzt sehe ich ein Licht am Ende des Tunnels, Russisch vielleicht doch irgendwie zu bestehen 🙂

Einige Tage im Paradies…

Sodalo, trotz der fehlenden Fotos gibt’s jetzt den lang ersehnten Beitrag über Santa Marta. Und eines vorneweg: Es war genial.

Am Mittwoch sind wir zu viert in den Flieger nach Santa Marta gestiegen, eine Freundin aus Dresden, Eleonore (aus Holland)eine Holländerin, Joza und ich. Hannah war ziemlich angeschlagen und nahm jede Menge Medikamente, was ihr später noch zum Verhängnis werden sollte…

In Santa Marta angekommen, mussten wir unsre langen Sachen erstmal gegen kurze Hose und Top tauschen, es hatte 30° (Story am Rande: Meine Jeans ist am Flughafen aufgerissen, hab sie weggeschmissen haha). Dann nahmen wir ein Taxi ins Zentrum von Santa Marta und suchten uns ein Restaurant. Anschließend mussten wir noch einiges besorgen, da wir nur mit handgepäck geflogen waren, und machten uns auf den Weg zum Supermarkt… Was unsre Dresdnerin noch gerade so schaffte… Sie klagte über Übelkeit und sah wirklich gar nicht gut aus. Deshalb ließen wir sie im supermarkteigenen Café ausruhen und zogen zu dritt los, um unser Zeug zu besorgen. Weil wir uns etwas Sorgen machten, schickten wir die Holländerin schon eher zurück und Joza und ich besorgten den Rest… Als wir zu den anderen zurückkamen, saß die Holländerin alleine bei unseren Rucksäcken und erzählte uns, was passiert war: Die Dresdnerin hatte sich im Café vor allen Leuten übergeben müssen, da sie aus lauter Pflichbewusstsein unsere Taschen nicht unbeaufsichtigt lassen wollte, um auf die Toilette zu gehen. Und so verbrachte sie die nächsten eineinhalb Stunden auf dem Klo, mehr tot als lebendig, sie meinte, die Aspirin hatte sie nicht vertragen… Wir hätten sie fast in ein Lrankenhaus gebracht. Der Securitymensch hielt sie für eine Drogenabhängige und die Putzfrau war sauer, weil sie das Klo so lange belegte (obwohl niemand es benutzen wollte). Alle Anwesenden gaben Tipps, was wir tun sollten und letzten Endes nahmen wir ein Taxi zum Hostel in Taganga (klick!), damit sie sich ausruhen konnte. Abends ging es ihr dann zum Glück wieder besser. Das Hostel war ein Traum, Blick auf die Bucht und Taganga, kaum Gäste außer uns (die „Partys“ abends mit Musik, aber ohne Gäste waren etwas seltsam) und super Cocktails. Abends gingen wir in das Dorf runter, genossen das Meer und den Flair und fanden ein einmaliges vegetarisches Restaurant.

 

 

Am Donnerstag fuhren wir mit einem kleinen Motorboot an den Strand im Parque Tayrona. Aber zunächst erwartete uns eine böse Überraschung… Nachdem wir für die Hin- und Rückfahrt schon gezahlt hatten (die Dresdnerin war eindeutig zu fertig, um den Weg zu Fuß zu laufen, was auch möglich ist), hieß es bei der Ankunft: Nochmal zahlen, da wir unsere Pässe nicht mithatten… Und daher der Preis für Ausländer hinblättern mussten. Trotz Studentenausweis und 40-minütiger Diskussion… Nichts zu machen. Naja, unser Ärger verflog dann, als wir nach kurzem Marsch durch den Regenwald einen Strand eintdeckten. Ohne Menschen, für uns alleine… Es war wie im Paradies, türkises Wasser, Palmen, Sandstrand, googlet einfach mal… Wir chillten den ganzen Tag und fuhren dann mit dem Boot (das jetzt mit singenden Jugendlichen aus Israel (?) besetzt war) zurück. Joza hat sich an diesem Tag trotz Sonnencreme den Sonnenbrand des Todes geholt…

Freitag Mittag ging es dann per Bus nach Palomino, etwa 2 Stunden entfernt. Und ich habe mich verliebt in dieses Dorf. Kleine Hütten am Meer, Sandstraßen, Bars am Strand, die Menschen führen ein bescheidenes, aber glückliches Leben, dort angekommen kann man gar nicht anders, als zu entspannen und das Leben zu genießen. Unser Hostel ( klick!) dort war ein riesen Strohhaus mit Hängematten und Gemeinschaftküche und superlieben Leuten aus aller Welt. Zur Begrüßung hat’s uns erstmal komplett abgeschüttet, wir hatten aber so Hunger, dass Joza und ich trotzdem zum nächsten Laden durch die Wassermassen gewatet sind. Zu Beginn noch mit einem halben Riesensonnenschirm, den wir dann aber bald am Straßenrand zurückgelassen haben, da er uns mehr behindert als geholfen hat… Pitschnass haben wir uns dann von einem Jugendlichen im Supermarkt auslachen lassen. Aber das Abendessen war gesichert.

Am nächsten Tag waren wir dann am Meer, haben sogar einen Strandritt gemacht. Wenn auch mit etwas „gemütlichen“ und eindeutig zu dünnen Pferden, einem „Guide“, der kein Wort von sich gegeben hat, und mein Pferd hat sich für ein Kamel gehalten und sich mitten auf dem Weg hingelegt. mit mir oben drauf. Ich deute das mal als Zeichen völliger Entspanntheit haha.

Den Abend haben wir mit Cocoloco am Strand verbracht und bis spät geredet, am Sonntag gings nach 3 Stunden Schlaf wieder zum Flughafen. Nach 3 Stunden Bus und Taxi, 2 Stunden Flug und nochmal 1 Stunde Bus kamen wir dann total fertig zu Hause an. Und auf Joza und mich wartete eine 1-stündige Präsentation in „Problemas sociales colombianos“ am Montag, die wir dann im Halbschlaf bis Mitternacht mehr oder weniger gut vorbereiteten. Dafür lief sie dann aber erstaunlich gut.

PS.: Hab meine erste Note in Russisch: 5,0 (kriegt keinen Herzinfarkt, das ist hier die beste Note :))

 

Fotos folgen!

 

 

 

 

 

 

Cacio & Pepe

Gestern hatte meine Mitbewohnerin aus Madagaskar Geburtstag und wir wollte zur Feier des Tages essen gehen… Nach einer Odyssee durch den Verkehr der hora pico sind wir dann in einem ziemlich luxuriös aussehenden Italiener angekommen, die Preise auf der Karte wie in Deutschland, also hoch im Vergleich zu anderen Restaurants hier. Dafür gab’s aber auch echtes Geschirr (hier ist es durchaus üblich, von Papptellern zu essen und aus Plastikbechern zu trinken) und einmaligen Service (kaum hat man den letzten Bissen gemacht, schon wird einem der Teller unter der Nase weggezogen; scheint aber hier ein Zeichen von gutem Service zu sein). Und es war mega lecker, hab nur leider eine Pizza mit Schinken erwischt, die ich dann zu einem Salat getauscht habe (ja, lebe immer noch vegetarisch und mir geht’s spitze damit) Nunja, dann kam die Rechnung… Und wir mussten feststellen, dass weder Steuern, noch Service, noch Brot inkludiert waren… und die eine Flasche Wein 92.000 pesos gekostet hat… Und so wurde das zusammen mit den Uber – und Transmileniokosten ein teurer Spaß… Aber gut, kann man sich schon mal leisten.

Wen’s interessiert, hier das Restaurant

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Heyhey ihr Lieben,

leider hab ich immer noch kaum Fotos vom Wochenende an der Küste, daher jetzt erstmal zu einem anderen Thema, damit es hier zumindest mal wieder etwas zu  lesen gibt:

Der Verkehr in Kolumbien… Deutsche Polizisten würden hier einen Herzinfarkt kriegen, denn es ist (vor allem auf dem Land) normal, dass:

  • …Busse mit offenen Türen durch die Gegend fahren.
  • …man von privaten Autos oder Motorrädern (eindeutig cooler) mitgenommen wird.
  • …die Autos gefüllt werden, bis sie voll sind (was nichts mit der Sitzanzahl zu tun hat)… Anmerkung: Der Platz vorne in der Mitte mit einer Arschbacke auf der Gangschaltung ist der unbequemste.
  • … man sich nicht anschnallt.
  • …man an Ampeln die Fensterscheiben geputzt bekommt, ob man will oder nicht, „colaboración“ erwünscht…

Kurzer Zwischenstand

Komme gerade von einem anderen Konzert eines Jugendsymphonieorchesters. Diesmal gab’s ein Cellokonzert von Haydn und etwas mir leider Unbekanntes… Kennt das wer?

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Morgen fliegen wir bis Sonntag nach Santa Marta an die Karibikküste, um dem Chaos in der Stadt wegen des Besuchs des Papstes zu entkommen! Freut euch auf tolle Berichte nächste Woche 🙂

Ein Lebenszeichen!

Hallo meine Lieben!

Sorry, dass ich mich eine halbe Ewigkeit nicht mehr gemeldet habe, es war einfach zu viel los. Die Uni ist um eineiges aufwändiger als in Deutschland – Hausaufgaben, jede Menge Lesestoff und die ersten Prüfungen stehen an – und auch sonst gibt es keinen Tag, an dem nichts los ist… Aber ich genieße es. Und ich glaube die Zeit verfliegt viel zu schnell…

Es gibt eigentlich mega viel zu erzählen, muss mich aber kurz halten, da ich noch viel zu arbeiten habe heute. Das Wichtigste deshalb in Kurzform:

  • Am Mittwoch hat ein Mitstudent unsere Lehrerin im Rahmen einer Präsentation (das Thema war „Musik in der kubanischen Unabhängigkeitsbewegung/ Revolution“) zum Tanz aufgefordert, während Joza ihr Saxofon ausgepackt hat.  Fazit:  Hier kann einfach wirklich JEDER tanzen.
  • Am Donnerstag haben wir erst Fußball, Venezuela gegen Kolumbien, in einer Bar angeschaut. Fazit: Die Kolumbianer sind genauso fußballverrückt wie wir; und das Bier ist einmalig (auch wenn die Variante mit Salz und Zitrone etwas gewöhnungsbedürftig ist!)

Später waren wir auf einer Party. Musik und Atmosphäre waren geil, aber das beste war etwas anderes: Vor dem Gebäude standen 2 Polizisten auf Pferden und haben das ganze kritisch im Auge behalten. Wir sind hin, haben ein einstündiges Gespräch angefangen und endeten dann beide auf dem Rücken der Pferde. Und nebenbei haben wir die private Nummer des einen Polizisten bekommen und sind herzlich eingeladen, mal zum Reiten vorbeizukommen, muy chévere 🙂

  • Am Freitag gab’s in einer anderen Uni ein Vorspiel der tunas, das sind Musikgruppen, die Gitarre spielen/ singen und aus Profs/ Studenten bestehen. Ziemlich witzig, aber das wird alles sehr ernst genommen haha. Und sie sind echt gut!

Danach waren wir auf einer Party. Im größten Club Kolumbiens (angeblich sogar Lateinamerikas). Er fasst 4.000 Menschen und besteht aus 4 Stockwerken mit ca. 15 Areas , in denen verschiedene Musikgenres geboten werden(von Reggaeton in einer Art „Kirche“ bis hin zu Karaoke auf der Dachterasse). Der Club ist in der „Schwulenszene“ bekannt und punktet (leider) mit kostenlosen Drinks, da der Eintritt relativ hoch ist. Haben in dieser Nacht Bekanntschaft mit der „Area de Descanso“ gemacht, keine genaueren Ausführungen dazu haha.

  • Das Katerfrühstück am nächsten Tag um 5 Uhr Nachmittag (richtig gelesen) spricht für sich. War aber geil, wir haben uns mega ins Zeug gelegt (Pancakes, Omelett, Smoothie…)

  • Abends waren wir dann im Kino (Duro de cuidar), das ist ziemlich billig hier.
  • Was mir sonst noch aufgefallen ist: Die Erwachsenen tragen hier ziemlich häufig Zahnspangen. Mindestens genauso häufig lutschen die Lollis, egal ob Bankangestellte oder auf der Straße unterwegs, wäre in Deutschland etwas seltsam, oder?